Ein 3D-Laserscanner ist ein Messgerät, das mit einem Laserstrahl in kurzer Zeit Hunderttausende bis Millionen Punkte eines Gebäudes oder Geländes erfasst und als Punktwolke ablegt: eine Menge von Punkten mit x-, y- und z-Koordinaten, häufig ergänzt um Farbinformation aus einer eingebauten Kamera.
Das Gerät misst je Punkt Richtung und Entfernung und rechnet daraus Koordinaten. Das Ergebnis ist keine Zeichnung, sondern eine dreidimensionale Messaufnahme, in der sich nachträglich jedes Maß auslesen lässt — auch Maße, von denen man während der Aufnahme noch nicht wusste, dass man sie brauchen würde.
Gerätetypen
- Terrestrischer Scanner auf dem Stativ — statisch, höchste Genauigkeit. Man scannt von mehreren Standpunkten und verknüpft diese über Zielmarken oder über Überlappung der Wolken.
- Hand- oder SLAM-Scanner — man geht damit durch das Gebäude. Erheblich schneller, aber mit geringerer Genauigkeit.
- Mobile Mapping — Scanner auf Fahrzeug oder Drohne, für Gelände, Straßen und Dächer.
Anwendung im Bauwesen
- Bestandsaufnahme für Umbau, Sanierung und Restaurierung, wobei anschließend in der Punktwolke ein 3D- oder BIM-Modell gezeichnet wird: Scan-to-BIM.
- Kontrolle der Ausführung gegenüber der Planung: Ebenheit von Böden, Lage von Aussparungen und Durchführungen, Lotabweichung von Wänden.
- Monitoring von Verformung und Setzung, indem dasselbe Bauteil zu mehreren Zeitpunkten gescannt wird.
- Dokumentation von Denkmälern, wobei Formen erfasst werden, die mit dem Bandmaß nicht zu greifen sind.
Zu beachten
- Ein Scanner sieht nur, was im Sichtfeld steht. Hinter einem Schrank oder einem Balken entsteht ein Schattenbereich ohne Punkte. Räumen Sie so weit wie möglich frei und planen Sie genug Standpunkte ein; Nachmessen kostet mehr als eine zusätzliche Aufstellung.
- Glas, Spiegel und nasse glänzende Böden liefern falsche oder fehlende Punkte. Messen Sie solche Flächen gegebenenfalls konventionell nach.
- Genauigkeit ist eine Angabe bei einer Entfernung. Terrestrische Scanner erreichen auf kurze Distanz in der Regel eine Punktgenauigkeit in der Größenordnung weniger Millimeter; Handscanner liegen deutlich darüber. Fragen Sie den Wert bei der für Ihr Projekt maßgeblichen Messentfernung ab.
- Das Endprodukt vereinbaren. Eine Punktwolke ist keine Zeichnung und kann Dutzende Gigabyte umfassen. Legen Sie fest, was Sie erhalten: Rohwolke, bereinigte und registrierte Wolke oder ein ausgearbeitetes 3D-/BIM-Modell. Nur Letzteres lässt sich unmittelbar weiterverwenden.
- Bezugssystem festlegen. Koppeln Sie den Scan an einen Festpunkt und an die Höhenbezugsebene.
Verwandte Begriffe
- BIM
- Digitalisierung
- Geodäsie
- Geomonitoring
- Bauforschung
- Schnitt
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