Was ist Druckfestigkeit?
Druckfestigkeit ist die Spannung, die ein Material aufnehmen kann, bevor es unter Druck versagt, ausgedrückt in Newton pro Quadratmillimeter (N/mm²) oder Megapascal (MPa). Sie ist eine der wichtigsten Eigenschaften von Baustoffen wie Beton, Ziegel, Naturstein, Mörtel und Hartschaum.
Wie wird die Druckfestigkeit bestimmt?
Im Labor wird ein Prüfkörper zwischen zwei Platten bis zum Bruch belastet. Die maximale Last geteilt durch die Querschnittsfläche ergibt die Druckfestigkeit. Bei Beton wird meist ein Würfel oder Zylinder nach 28 Tagen geprüft.
Jeder Baustoff hat charakteristische Werte:
- Beton — Festigkeitsklasse wie C20/25 (20 N/mm² Zylinder, 25 N/mm² Würfel)
- Ziegel — meist 10 bis 60 N/mm², je nach Art
- Mörtel — typischerweise 2,5 bis 15 N/mm²
- Porenbeton — 2 bis 7 N/mm²
- PIR- und PUR-Dämmung — 0,1 bis 0,5 N/mm²
Anwendung
- Beton wählen — Festigkeitsklasse passend zur statischen Anforderung
- Mörtel auswählen — passend zur Festigkeit der Steine
- Fundamentplanung — Beton mit ausreichender Festigkeit für die Lasten
- Wege- und Pflasterbau — Klinker und Platten mit passender Druckfestigkeit
- Druckfeste Dämmung — unter Bodenplatten und auf Flachdächern
Hinweise
- Druckfestigkeit sagt nichts über Zug- oder Biegefestigkeit aus
- Der Messwert hängt von Form, Größe und Alter des Prüfkörpers ab
- Bei Beton unterscheidet man Würfel- und Zylinderfestigkeit
- Im Entwurf einen angemessenen Sicherheitsfaktor ansetzen
- Höhere Festigkeit bedeutet oft mehr Kosten und größere Sprödigkeit
Verwandte Begriffe
- Beton
- Biegefestigkeit
- Konstruktionsbeton
- Betonqualität
- Elastizitätsmodul
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