Fundament: ein Stück Geschichte
Das Fundament ist die Basis, auf der jedes Bauwerk ruht und die Lasten in den tragfähigen Untergrund ableitet. Die Techniken zur Gründung haben sich über die Jahrhunderte mit den verfügbaren Materialien und dem Wissen weiterentwickelt.
Vom Pfahlbau zum Rammpfahl
Die Geschichte der Gründung beginnt bereits in der Vorgeschichte. Menschen errichteten Pfahlbauten auf Holzpfählen über Sümpfen und an Ufern, um trocken zu bleiben und sich zu schützen. Dies war die früheste Form einer Pfahlgründung.
Die Römer verfeinerten die Gründung erheblich. Auf festem Untergrund legten sie breite Flachgründungen an, bei denen die Last über Schichten aus Kies, Stein und gestampftem Ton verteilt wurde. Auf weicherem Boden rammten sie Holzpfähle ein.
Im Mittelalter wurde die Holzpfahlgründung in wasserreichen Städten unverzichtbar. Amsterdam und Venedig ruhen buchstäblich auf Millionen von Holzpfählen, die tief unter den Grundwasserspiegel gerammt wurden. Da sie dauerhaft unter Wasser stehen, bleiben diese Pfähle jahrhundertelang erhalten.
Anwendung
Mit dem Aufkommen von Stahl, Zement und Stahlbeton im 19. und 20. Jahrhundert veränderte sich die Gründung grundlegend. Holzpfähle wichen Betonrammpfählen, die stärker und langlebiger sind und nicht von Pfahlfäule betroffen werden. Heute setzen Bauherren auch auf Bohr- und Schraubpfähle, die erschütterungsarm und ohne Lärmbelästigung eingebracht werden können, was in dicht bebauten Gebieten ein großer Vorteil ist. Eine Gründung bleibt notwendig, weil der natürliche Boden oft zu weich oder ungleichmäßig ist, um ein Gebäude ohne Setzung zu tragen.
Verwandte Begriffe
- Fundament
- Rammpfahl
- Pfahlgründung
- Flachgründung
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