Eine Chloridklasse ist eine Klassifizierung, die angibt, in welchem Maß Beton Chloriden (Salzen) ausgesetzt ist, damit die richtige Betonzusammensetzung gewählt werden kann, um Korrosion der Bewehrung zu verhindern. Die Klassen sind in der europäischen Norm EN 206 festgelegt.
Warum Chloridklassen?
Chloride (u.a. aus Streusalz und Meerwasser) sind der größte Feind von Stahlbeton:
- Korrosion — Chloride dringen durch den Beton und greifen die Stahlbewehrung an
- Abplatzungen — rostende Bewehrung dehnt sich aus und sprengt die Betondeckung ab
- Versagen — schwere Korrosion verringert die Tragfähigkeit der Konstruktion
Die Klassen
| Klasse | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| XD1 | Mäßig feucht | Parkhaus (Spritzwasser von Autos) |
| XD2 | Nass, selten trocken | Schwimmbäder mit Chlorwasser |
| XD3 | Wechselnd nass und trocken | Brückendecks, Straßen mit Streusalz |
Daneben gibt es XS-Klassen für die Belastung durch Meerwasserchloride.
Anwendung
Die Chloridklasse bestimmt:
- Mindestbetondeckung — mehr Deckung schützt die Bewehrung besser
- Betonfestigkeitsklasse — eine höhere Festigkeitsklasse ergibt eine dichtere Struktur
- Maximaler Wasserzementwert — ein niedrigerer w/z-Wert ergibt weniger porösen Beton
- Mindestzementgehalt — mehr Zement macht den Beton undurchlässiger
Verwandte Begriffe
- Beton
- Bewehrung
- Korrosion
- Expositionsklasse
- Betondeckung
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