Die Cella (auch Naos genannt) ist der geschlossene Innenraum eines griechisch-römischen Tempels, in dem das Kultbild der Gottheit aufgestellt wurde. Sie bildet das heiligste und wesentlichste Element der Tempelarchitektur.
Herkunft und Bedeutung
Das Wort “Cella” stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich “kleine Kammer” oder “Vorratskammer.” In der griechischen Architektur wird derselbe Raum als Naos bezeichnet. Die Cella war das funktionale Herzstück des Tempels: der Raum, für den das gesamte Gebäude letztlich errichtet wurde.
Anders als in modernen Kirchen war die Cella nicht als Versammlungsort für Gläubige gedacht. Der Raum war in der Regel nur für Priester und Auserwählte zugänglich. Die Öffentlichkeit verrichtete ihre religiösen Handlungen draußen, am Altar vor dem Tempel.
Architektonische Merkmale
Die Cella ist typischerweise ein rechteckiger, ummauerter Raum im Zentrum des Tempels. Zu den wichtigsten Merkmalen zählen:
- Eingang: meist an der Ostseite, über eine Vorhalle (Pronaos)
- Wände: massive Steinwände ohne Fenster, die eine dunkle, geheimnisvolle Atmosphäre erzeugten
- Kultbild: die monumentale Statue der Gottheit stand an der Rückwand, gegenüber dem Eingang
- Abmessungen: von kleinen Kapellen bis zur gewaltigen Cella des Parthenon (ca. 30 x 19 Meter)
Bei größeren Tempeln wurde die Cella mitunter durch Säulenreihen gegliedert, die das Dach trugen.
Anwendung
Die Cella findet sich in nahezu allen griechisch-römischen Tempeln, von kleinen ländlichen Heiligtümern bis zu großen Stadttempeln. Berühmte Beispiele sind der Parthenon in Athen, das Pantheon in Rom und der Tempel der Hera in Paestum. In der Architekturgeschichte ist die Cella ein zentraler Begriff bei der Untersuchung und Klassifizierung von Tempeltypen. Der Begriff wird auch für etruskische und frührömische Tempelformen verwendet.
Verwandte Begriffe
- Naos
- Pronaos
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.