# Was ist ein Brückenstab?
**Ein Brückenstab ist ein Bewehrungsstahl, der über eine Arbeitsfuge oder Betonierabschnittsfuge hinweg eingebaut wird, um Zug- und Schubkräfte zwischen zwei nacheinander betonierten Bauteilen zu übertragen.** Er stellt die kraftschlüssige Verbindung an der Fuge sicher.
## Funktion und Wirkungsweise
Wenn ein Bauteil nicht in einem Arbeitsgang betoniert werden kann, entstehen Arbeitsfugen. An diesen Stellen besteht keine monolithische Verbindung — der Brückenstab übernimmt die Kraftübertragung:
– **Zugkräfte** — der Stab nimmt Zugspannungen senkrecht oder schräg zur Fuge auf
– **Schubkräfte** — bei schubbeanspruchten Fugen überträgt der Brückenstab Querkräfte durch Dübelwirkung
– **Rissbreitenbeschränkung** — die Bewehrung begrenzt die Rissbreite an der Fuge
### Einbau
Der Brückenstab wird im ersten Betonierabschnitt eingebaut und ragt mit ausreichender Verankerungslänge in den zweiten Abschnitt hinein. Die Verankerungslänge wird nach DIN EN 1992-1-1 (Eurocode 2) berechnet und beträgt mindestens das 30- bis 50-fache des Stabdurchmessers.
## Anwendung
– **Bodenplatten** — Verbindung zwischen Betonierabschnitten großflächiger Fundamente
– **Wände** — Überbrückung der Fuge zwischen Bodenplatte und aufgehender Wand
– **Decken** — kraftschlüssige Verbindung bei abschnittsweiser Deckenherstellung
– **Stützmauern** — Übertragung der Erddruckkräfte über die Fuge zwischen Fundament und Wandscheibe
### Ausführungshinweise
– Brückenstäbe müssen rostfrei und fettfrei sein, bevor der Anschlussbeton eingebaut wird
– Die Fugenoberfläche des Erstbetons soll aufgeraut werden (Besen- oder Hochdruckwasserstrahlung)
– Bewehrungsanschlüsse dürfen nicht in Zonen maximaler Beanspruchung liegen
## Verwandte Begriffe
– Arbeitsfuge
– Bewehrung
– Verankerungslänge
– Betonierabschnitt
– Verbund
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere [Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt](https://fredsbauanleitungen.de/rabatt).