Brandüberschlag ist die Ausbreitung von Feuer von einem Gebäude oder Raum auf benachbarte Gebäude oder Räume durch Wärmestrahlung oder Konvektion. Dabei springt das Feuer quasi über eine Lücke oder Barriere hinweg, ohne dass ein direkter Kontakt mit brennbarem Material besteht. Dieses Phänomen stellt eine der größten Gefahren bei Gebäudebränden dar.
Arten des Brandüberschlags
Es gibt zwei wesentliche Mechanismen, über die ein Brandüberschlag stattfinden kann:
- Strahlungsüberschlag: Die intensive Wärmestrahlung eines Brandes erhitzt benachbarte Oberflächen so stark, dass diese sich entzünden. Dies tritt häufig bei geringen Gebäudeabständen auf.
- Konvektionsüberschlag: Heiße Brandgase und Flammen steigen auf und gelangen über Fensteröffnungen, Dachtraufen oder andere Öffnungen in angrenzende Bereiche. Besonders gefährlich ist der Überschlag über Fassaden von Geschoss zu Geschoss.
- Flashover (Durchzündung): Ein Sonderfall, bei dem sich in einem geschlossenen Raum alle brennbaren Oberflächen gleichzeitig entzünden, sobald die Temperatur unter der Decke etwa 500 bis 600 °C erreicht.
Anwendung
Im baulichen Brandschutz werden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um Brandüberschläge zu verhindern. Dazu gehören Mindestabstände zwischen Gebäuden gemäß den Landesbauordnungen, feuerbeständige Brandwände an Grundstücksgrenzen, Brüstungshöhen zwischen Geschossen sowie der Einbau von Feuerschutzverglasungen. Bei der Planung von Fassaden wird besonders darauf geachtet, dass Flammen nicht über Fensteröffnungen von einem Stockwerk zum nächsten überschlagen können. Sturzschürzen und feuerbeständige Fassadenstreifen dienen als konstruktive Schutzmaßnahmen.
Verwandte Begriffe
- Brandschutz
- Feuerwiderstand
- Brandwand
- Flashover
- Brandabschnitt
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