Bodenverdrängung ist das seitliche und nach unten gerichtete Verdrängen des Bodens, wenn ein Gegenstand in den Untergrund eingebracht wird, ohne dass dieser Boden ausgehoben oder abgefahren wird. Der Begriff spielt vor allem bei Gründungspfählen eine Rolle: Ein Verdrängungspfahl drückt den Boden zur Seite, während ein Bohrpfahl Boden entfernt.
Verdrängungspfähle und Bohrpfähle
- Verdrängungspfähle — werden in den Boden gerammt, gerüttelt oder geschraubt, ohne Boden abzufahren. Beispiele sind der gerammte Fertigbetonpfahl, der Vibropfahl und der Schraubpfahl. Der Boden ringsum wird seitlich verdichtet, was die Tragfähigkeit (Mantelreibung) erhöht.
- Bohrpfähle — hier wird zuerst ein Loch gebohrt und der Boden entfernt, danach wird Beton eingebracht. Sie erzeugen weniger Erschütterungen.
Anwendung und Hinweise
Bodenverdrängung hat Vorteile und Risiken:
- Vorteil — die Verdichtung um den Pfahl erhöht die Tragfähigkeit, und es entsteht kein abzufahrender Aushub.
- Erschütterungen und Lärm — das Rammen mit Verdrängung erzeugt Erschütterungen, die Schäden an Nachbargebäuden verursachen können; vorab werden oft eine Erschütterungsmessung und eine Bestandsaufnahme durchgeführt.
- Hebung — in dichtem oder bindigem Boden kann der verdrängte Boden den Untergrund oder benachbarte Pfähle anheben.
- Wahl im Stadtgebiet — in erschütterungsempfindlicher Umgebung wählt man häufiger erschütterungsarme Bohr- oder Schraubpfähle.
Die Wahl zwischen Verdrängung und Bohren hängt von der Bodenart, der Umgebung und der gewünschten Tragfähigkeit ab.
Verwandte Begriffe
- Rammpfahl
- Fundament
- Bodenmechanik
- Mantelreibung
- Erschütterungsmessung
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.