Ein Biforium ist ein zweiteiliges Fenster, das durch ein Säulchen (Kolonnette) in zwei gleiche Bogenfelder geteilt wird. Es ist ein charakteristisches architektonisches Element der romanischen und gotischen Baukunst, häufig anzutreffen in Kirchen, Klöstern und Palästen.
Merkmale
- Zwei Bögen — das Fenster hat zwei Bogenöffnungen, meist Rundbögen (romanisch) oder Spitzbögen (gotisch)
- Mittelsäulchen — eine schlanke Säule oder Kolonnette trennt die beiden Fensteröffnungen
- Kapitell — das Säulchen wird in der Regel von einem kleinen Kapitell bekrönt, auf dem die Bögen aufliegen
- Entlastungsbogen — über den beiden kleineren Bögen befindet sich oft ein größerer übergreifender Bogen
Historischer Kontext
- Romanik — schwere Formen mit Rundbögen und massiven Säulchen
- Gotik — schlankere Formen mit Spitzbögen und feinerem Maßwerk
- Renaissance — das Biforium wurde wiederentdeckt und in klassizistischem Stil angewandt
Anwendung
- Kirchen — im Obergaden und in Kreuzgängen
- Türme — in Glockentürmen als Schallöffnung
- Paläste — als dekoratives Fenster in Fassaden
- Restaurierung — bei der Wiederherstellung historischer Fensteröffnungen
Verwandte Begriffe
- Arkade
- Rundbogen
- Spitzbogen
- Maßwerk
- Triforium
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