# Was ist Biegefestigkeit?
**Die Biegefestigkeit (niederländisch: buigsterkte) ist eine mechanische Materialkennzahl, die die maximale Spannung angibt, die ein Werkstoff unter Biegebeanspruchung aufnehmen kann, bevor er versagt oder bricht. Sie wird in Newton pro Quadratmillimeter (N/mm2 bzw. MPa) angegeben.**
## Grundlagen
Bei der Biegebeanspruchung wirken gleichzeitig Druck- und Zugspannungen auf einen Querschnitt. Die Oberseite wird gestaucht (Druckzone), die Unterseite gedehnt (Zugzone). Das Versagen tritt in der Regel in der Zugzone ein, da viele Baustoffe wie Beton oder Keramik eine deutlich geringere Zug- als Druckfestigkeit aufweisen.
### Prüfverfahren
Die Biegefestigkeit wird im Labor durch standardisierte Versuche bestimmt:
– **Dreipunktbiegeversuch:** Probe auf zwei Auflagern, Kraft in der Mitte
– **Vierpunktbiegeversuch:** Zwei Krafteinleitungspunkte, gleichmäßigere Beanspruchung
## Typische Werte
| Material | Biegefestigkeit (MPa) |
|———-|———————-|
| Beton C30/37 | 3,5 – 4,5 |
| Bauholz (Fichte) | 30 – 50 |
| Baustahl S235 | 235 |
| Fliesen (Keramik) | 25 – 45 |
## Anwendung
Die Biegefestigkeit ist entscheidend bei der Bemessung von Bauteilen, die auf Biegung beansprucht werden: Balken, Deckenplatten, Stürze und Bodenbeläge. Im Betonbau bestimmt die geringe Biegezugfestigkeit den Bedarf an Bewehrungsstahl. Bei der Auswahl von Bodenplatten und Fliesen gibt die Biegefestigkeit Aufschluss über die Belastbarkeit. Die Prüfung erfolgt nach DIN EN 12390-5 (Beton) bzw. DIN EN ISO 178 (Kunststoffe).
## Verwandte Begriffe
– Druckfestigkeit
– Zugfestigkeit
– Elastizitätsmodul
– Biegemoment
– Biegebemessung
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