Bicken (auch Bikken) ist das gezielte Abschlagen von Mörtelresten, altem Putz oder unerwünschten Vorsprüngen vom Mauerwerk mithilfe eines Bickehammers oder Meißels. Es handelt sich um eine traditionelle Handwerkstechnik, die im Maurerhandwerk seit Jahrhunderten angewendet wird und auch heute noch bei Sanierungs- und Renovierungsarbeiten unverzichtbar ist.
Arbeitsweise
Beim Bicken wird der Bickehammer oder Meißel mit kontrollierten Schlägen gegen die zu entfernende Schicht geführt. Ziel ist es, die anhaftenden Materialien vom Untergrund zu lösen, ohne den darunterliegenden Stein oder das Mauerwerk zu beschädigen. Die Technik erfordert Übung und Fingerspitzengefühl, denn zu starke Schläge können den Stein spalten oder die Mauerwerksoberfläche beschädigen.
Der Winkel des Aufschlags spielt eine wichtige Rolle. Am effektivsten arbeitet man, wenn der Hammer in einem flachen Winkel auf die Mörtelschicht trifft. So wird das Material abgeschert, anstatt in den Stein hineingetrieben zu werden.
Typische Einsatzbereiche
- Steinaufbereitung: Gebrauchte Mauersteine werden durch Bicken von altem Mörtel befreit und für den erneuten Einsatz vorbereitet.
- Putzentfernung: Vor dem Neuverputzen wird beschädigter oder loser Putz durch Bicken vom Mauerwerk entfernt.
- Fugenarbeiten: Beim Nachverfugen wird der alte Fugenmörtel durch Bicken herausgeschlagen, bevor frischer Mörtel eingebracht wird.
- Oberflächenvorbereitung: Unebene Stellen oder Mörtelnasen werden durch Bicken geglättet, um eine saubere Oberfläche für weitere Arbeiten zu schaffen.
Schutzmaßnahmen
Beim Bicken entstehen scharfkantige Splitter und Staub. Eine Schutzbrille und Arbeitshandschuhe sind daher Pflicht. Bei größeren Arbeiten empfiehlt sich zusätzlich ein Gehörschutz und eine Staubmaske, insbesondere bei älterem Mauerwerk, das schadstoffbelasteten Putz enthalten kann.
Verwandte Begriffe
- Bickehammer
- Mörtel
- Mauern
- Stein
- Verputzen
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