Eine Banderole ist ein band- oder streifenförmiges dekoratives Element in der Architektur, häufig mit einer Inschrift oder einem Text versehen. Sie kommt als gemeißeltes Ornament an Fassaden, über Türen oder auf Grabmonumenten vor.
Ursprung und Bedeutung
Das Wort Banderole leitet sich vom italienischen ‘banderuola’ ab, was ‘Fähnchen’ oder ‘kleines Banner’ bedeutet. In der Architektur bezeichnet es die bildhauerische Darstellung eines sich aufrollenden Bandes oder eines wehenden Streifens, häufig mit einem Text, Motto oder einer Jahreszahl versehen. Die Banderole ist eng verwandt mit der Kartusche, unterscheidet sich aber durch ihre langgestreckte, bandartige Form.
Anwendung in der Architektur
Banderolen finden sich an unterschiedlichen Gebäudetypen und Bauwerken:
- Fassaden: Als dekoratives Element über Fenstern, Türen oder in der Fassadenkrönung, oft mit dem Namen des Gebäudes oder dem Baujahr versehen.
- Kirchen und öffentliche Gebäude: Mit religiösen Texten, Sprüchen oder Wappen.
- Grabmonumente: Als Träger von Namen, Daten oder Gedenktexten auf Grabsteinen und Mausoleen.
- Innenräume: In Stuckarbeiten an Decken und Wänden als Teil eines umfassenderen Dekorationsprogramms.
Stilepochen
Die Banderole kommt besonders häufig in der Renaissance, im Barock und in der neoklassizistischen Architektur vor. In diesen Stilepochen wurden Fassaden reich mit Ornamenten verziert, wobei die Banderole ein beliebtes Mittel war, um Text in die Fassadengestaltung zu integrieren. Auch im eklektischen Baustil des 19. Jahrhunderts ist das Element regelmäßig anzutreffen.
Materialien
Banderolen werden in Naturstein, Backstein, Stuck oder Holz ausgeführt, abhängig vom Baustil und Gebäudetyp. Bei Restaurierungen werden die Originalmaterialien so weit wie möglich beibehalten.
Verwandte Begriffe
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.