Was ist Bakelit?
Bakelit ist einer der frühesten vollsynthetischen Kunststoffe, hergestellt aus Phenol-Formaldehyd-Harz. Es wurde 1907 vom belgisch-amerikanischen Chemiker Leo Baekeland erfunden und fand breite Anwendung im Bauwesen, insbesondere für elektrische Bauteile, Türknäufe und Schaltermaterialien.
Anwendung
Bakelit war revolutionär aufgrund seiner hervorragenden elektrisch isolierenden Eigenschaften, Hitzebeständigkeit und mechanischen Festigkeit. Im Bauwesen wurde das Material ab den 1920er-Jahren großflächig eingesetzt. Die häufigsten Anwendungen sind Lichtschalter, Steckdosen, Verteilerdosen und Sicherungshalter. Durch den hohen Isolationswert war Bakelit besonders gut für Elektroinstallationen geeignet.
Darüber hinaus wurde Bakelit vielfach für Türknäufe, Türgriffe, Schlüsselrosetten und Fenstergriffe verwendet. Das Material ist an seiner dunkelbraunen oder schwarzen Farbe und dem charakteristischen warmen Anfassgefühl erkennbar. Bakelit hat einen typischen Geruch, wenn es erwärmt oder bearbeitet wird.
Bei der Restaurierung historischer Gebäude spielt Bakelit eine wichtige Rolle. Originale Bakelit-Schalter und Türgriffe werden von der Denkmalpflege häufig als erhaltenswert eingestuft. Das Material wird im Neubau nicht mehr verwendet, doch es gibt spezialisierte Anbieter, die Reproduktionsteile für Restaurierungsprojekte herstellen.
Ein wichtiger Hinweis: Bakelit wird nach langer UV-Bestrahlung spröde. Alte Bakelit-Bauteile können reißen oder abbröckeln. Bei Elektroinstallationen mit Bakelit-Komponenten ist es ratsam, den Zustand des Materials regelmäßig zu prüfen, da gealtertes Bakelit die Sicherheit der Installation beeinträchtigen kann.
Verwandte Begriffe
- Phenol-Formaldehyd-Harz
- Lichtschalter
- Elektroinstallation
- Isoliermaterial
- Türbeschlag
- Denkmalrestaurierung
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