Was ist Backhaus?
Ein Backhaus ist ein historisches Nebengebäude, das speziell zum Brotbacken errichtet wurde. Es stand bewusst getrennt vom Hauptgebäude des Bauernhofs, vor allem wegen der Brandgefahr, die der Backofen mit sich brachte.
Anwendung
Das Backhaus war jahrhundertelang ein wesentlicher Bestandteil des bäuerlichen Hofes. Den Kern des Gebäudes bildet der gemauerte Backofen, in der Regel eine kuppelförmige Konstruktion aus feuerfesten Ziegelsteinen. Der Ofen wurde mit Holz befeuert, anschließend wurde der Brotteig in den heißen Ofenraum geschoben, nachdem das Feuer erloschen oder nach hinten geschoben worden war.
Bautechnisch ist ein Backhaus relativ einfach aufgebaut. Die Wände bestehen aus Ziegelstein oder Fachwerk, mit einem verhältnismäßig schweren Fundament unter dem Backofen aufgrund des Gewichts der gemauerten Konstruktion. Das Dach ist häufig ein Satteldach mit Dachziegeln. Kennzeichnend ist der Schornstein oder Rauchabzug über dem Ofen. Der Boden rund um den Ofen besteht aus nicht brennbarem Material wie Steinplatten oder gebrannten Fliesen.
Die Platzierung abseits des Wohnhauses war eine bewusste Brandschutzmaßnahme. Funkenflug und Hitze des Backofens stellten eine reale Gefahr für die oft mit Reet oder Stroh gedeckten Bauernhäuser dar. Durch die räumliche Trennung wurde das Risiko eines Hofbrandes erheblich verringert.
Heute sind viele Backhäuser verschwunden oder verfallen. Die verbliebenen Exemplare werden zunehmend restauriert und umgenutzt, beispielsweise als Hobbyraum, Atelier oder Gästeunterkunft. Bei der Restaurierung ist der Erhalt des ursprünglichen Backofens und Schornsteins ein wichtiger Aspekt. Einige Backhäuser stehen unter Denkmalschutz.
Verwandte Begriffe
- Backofen
- Nebengebäude
- Bauernhof
- Feuerfester Ziegel
- Fachwerkbau
- Schornstein
- Denkmalschutz
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