Was ist die Ausgleichsfeuchte?
Die Ausgleichsfeuchte (auch Gleichgewichtsfeuchte genannt) ist der Feuchtegehalt, den ein hygroskopisches Material wie Holz aufnimmt oder abgibt, bis es mit Luftfeuchtigkeit und Temperatur seiner Umgebung im Gleichgewicht steht. Sie ist ein wichtiger Wert beim Holzbau, Parkett, Fenstern und Möbeln.
Warum ist die Ausgleichsfeuchte wichtig?
Holz quillt bei Feuchteaufnahme und schwindet bei Trocknung. Wird Holz mit falscher Feuchte verbaut, drohen nach dem Einbau:
- Schwindrisse – Holz trocknet nach und reißt
- Quellen und Verformung – durch Feuchteaufnahme
- Klemmende Türen und Fenster – besonders in feuchten Jahreszeiten
- Lockerndes Parkett – Fugen im Winter, Aufwölben im Sommer
Anwendung
Die Ausgleichsfeuchte hängt vom Klima ab:
| Situation | Temp/RF | Holzfeuchte |
|---|---|---|
| Außenklima überdacht | 12 °C / 80 % RF | 16–18 % |
| Unbeheizter Raum | 15 °C / 70 % RF | 13–15 % |
| Beheizter Wohnraum | 20 °C / 50 % RF | 9–11 % |
| Beheizter Raum (Winter) | 22 °C / 30 % RF | 6–8 % |
| Fußbodenheizung | 23 °C / 40 % RF | 6–8 % |
Praxis bei Parkett und Fenstern
- Parkett im beheizten Haus: 8–10 % Holzfeuchte
- Außenfenster in Lärche oder Meranti: 14–16 %
- Innenfenster in Kiefer: 10–12 %
- Massivholzmöbel: 8–10 %
Akklimatisieren
Holz muss vor der Verarbeitung im Einbaubereich an das Raumklima gewöhnt werden – das heißt Akklimatisieren:
- Massivparkett – mindestens 5 Tage akklimatisieren
- Innentüren/Zargen – eine Woche im trockenen Raum lagern
- Bodendielen – in den eigentlichen Wohnräumen öffnen
Messung der Holzfeuchte
Mit einem Holzfeuchtemesser wird die aktuelle Feuchte bestimmt. Vergleichen Sie diese mit der erwarteten Ausgleichsfeuchte am Endort. Bei großer Abweichung: nicht verarbeiten, bis das Holz sich angepasst hat.
Verwandte Begriffe
- Hygroskopisch
- Holz
- Trocknung
- Schwinden
- Relative Luftfeuchte
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