Was ist eine Attika?
Eine Attika (auch Attikageschoss) ist eine niedrige Mauer oder Brüstung oberhalb des Hauptgesimses eines Gebäudes. Sie verbirgt das Dach aus der Straßenperspektive und verleiht der Fassade einen repräsentativen, abgeschlossenen Charakter. Der Name verweist auf die griechische Region Attika, wo diese Bauform ihren Ursprung hat.
In der klassischen Architektur diente die Attika dazu, das geneigte Dach hinter der Fassade zu verbergen und gleichzeitig Platz für Inschriften, Reliefs oder Skulpturen zu bieten. Die Attika bildet gewissermaßen eine Erhöhung der Fassade über dem Kranzgesims, ohne ein vollwertiges Geschoss darzustellen.
Anwendung
Die Attika kommt in verschiedenen Baustilen und Epochen vor:
- Römische Architektur — die Römer setzten die Attika häufig bei Triumphbögen und Tempeln ein. Der Konstantinsbogen in Rom ist ein bekanntes Beispiel mit einer hohen Attika, die Inschriften und Reliefs trägt.
- Renaissance und Barock — Architekten wie Palladio und Bernini nutzten die Attika als krönenden Abschluss von Palästen und Kirchen.
- Neoklassizismus — im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Attika zum Standardelement bei Regierungsgebäuden, Museen und Bankgebäuden.
- Moderne Architektur — auch im zeitgenössischen Bauen wird die Attika eingesetzt, häufig als Brüstung um Dachterrassen oder zur Verblendung technischer Anlagen auf dem Dach.
Die Höhe einer Attika variiert von etwa 0,5 bis 2 Metern. Bei repräsentativen Gebäuden kann die Attika mit Balustraden, Vasen, Skulpturen oder Wappenschildern versehen sein.
Verwandte Begriffe
- Kranzgesims
- Brüstung
- Balustrade
- Gebälk
- Attische Basis
- Fries
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