Eine Galerie (niederl. „vide”) ist ein offener Raum in einer Geschossdecke, durch den man von einem Stockwerk in das nächste schauen kann — eine bewusst gestaltete Öffnung in der Decke. Eine Galerie schafft Raumgefühl, Lichteinfall und eine offene Atmosphäre. Sie finden Galerien oft am Treppenhaus, im Wohnzimmer oder als Merkmal von Loft-Wohnungen.
Vor- und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Raumgefühl, größeres Volumen | Verlust von Grundfläche im Obergeschoss |
| Mehr Tageslicht nach unten | Schall überträgt sich zwischen den Etagen |
| Repräsentative, luxuriöse Optik | Warme Luft steigt auf, energetisch ungünstig |
| Visuelle Verbindung zwischen Stockwerken | Mehr Heizaufwand unten nötig |
Galerie im Bestandsgebäude schaffen
Eine Galerie bedeutet, einen Teil der Decke zu entfernen — ein großer Eingriff:
1. Statik prüfen (Pflicht)
- Statiker einschalten — Deckenbalken werden unterbrochen; die Tragstruktur muss neu berechnet werden
- Stahlträger am Rand — Um die Öffnung werden Stahlträger eingesetzt
- Fundament — Prüfen, ob das Fundament die geänderte Belastung aufnimmt
2. Baugenehmigung
- Eine Galerie ist ein statischer Eingriff → Baugenehmigung erforderlich
- Brandschutz — Eine offene Galerie kann Feuer und Rauch schneller ausbreiten
3. Geländer/Brüstung
- Pflicht bei einer Galerie (mindestens 1,00 m hoch)
- Materialien: Stahl + Glas, Holz, Schmiedeeisen
- Stababstand — Maximal 10 cm (Kindersicherheit)
Maße
| Maß | Empfehlung |
|---|---|
| Minimum | 1,50 x 1,50 m |
| Üblich | 2,00 x 3,00 m |
| Höhe | Mindestens 2 Stockwerke (5-6 m) |
Häufige Fehler
- Kein Statiker — Eine Decke ist tragend; einfach ein Stück heraussägen ist lebensgefährlich
- Schall nicht bedacht — Galerie-Verglasung oder Trennwand im Obergeschoss erwägen
- Heizkosten unterschätzt — Durch das größere Luftvolumen steigen die Kosten erheblich
Verwandte Begriffe
- Balken
- Brüstung/Geländer
- Treppe
- Bauordnung
- Dachbinder
- Bewehrung
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