Was ist eine Fensterleibung?
Eine Fensterleibung (auch: Leibung oder Neg) ist die sichtbare Fläche zwischen der Außenseite einer Fassade und dem Fenster- oder Türrahmen. Es ist die „zurückspringende” Seite der Maueröffnung — der schmale Mauerstreifen, den man sieht, wenn man von der Seite auf ein Fenster schaut.
Warum gibt es eine Fensterleibung?
Fensterrahmen werden nicht immer bündig mit der Außenfassade gesetzt. Sie sitzen etwas zurückversetzt (zum Schutz vor Regen und Wind). Diese zurückversetzte Position erzeugt automatisch eine Leibung auf beiden Seiten der Öffnung.
- Außenleibung — der sichtbare Mauerbereich außen, zwischen Fassade und Rahmen
- Innenleibung — der sichtbare Mauerbereich innen, zwischen Rahmen und Innenverkleidung
Leibungstiefe
Die Leibungstiefe ist die Tiefe dieser Fläche — wie weit der Rahmen hinter der Fassade liegt. Standard im Neubau:
- Zweischalenmauerwerk mit Rahmen in der Luftschicht: Leibung ± 15 – 30 mm
- Massives Mauerwerk: Leibung ± 50 – 100 mm
Abdichten der Fensterleibung
Der Übergang zwischen Leibung und Rahmen ist eine kritische Stelle für Luft- und Wasserdichtigkeit:
- Styropor oder PU-Schaum — thermische Unterbrechung, Auffüllung von Spalten
- Kitt (EPDM oder Acrylat) — Abdichten entlang der Rahmenkante
- Leibungsbrett oder Leibungsprofil — Zierleiste für einen sauberen Übergang
Negblokstein
Ein Negblokstein ist ein spezieller Mauerstein mit L-förmigem Profil, der in der Ecke der Maueröffnung eingemauert wird. Der Negblokstein eliminiert das aufwändige Abhauen gewöhnlicher Steine und ergibt einen saubereren Anschluss beim Rahmen.
Häufige Fehler
- Leibung nicht richtig abgedichtet — Kältebrücke und Leckage
- Rahmen zu weit nach außen — Regen schlägt direkt gegen den Fensterrahmen
- Ungleiche Leibung links und rechts — Fenster steht nicht lotrecht in der Öffnung
Verwandte Begriffe
- Fensterrahmen
- Laibung
- Türschwelle
- Zweischalenmauerwerk
- Fassade
- Bauordnung
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