Ein Erdgeschoss-Gebinde ist das unterste Tragwerk eines traditionellen Fachwerkbaus, das direkt auf dem Fundament oder nahe dem Erdboden aufliegt. Es bildet die Basis der gesamten Holzkonstruktion und leitet die Lasten der darüber liegenden Bauteile in den Baugrund ab. Der Begriff stammt aus dem historischen Holzbau und ist besonders bei Bauernhöfen, Scheunen und Fachwerkhäusern gebräuchlich.
Anwendung
Das Erdgeschoss-Gebinde besteht aus horizontalen Schwellen und vertikalen Ständern, die zusammen einen stabilen Rahmen auf Bodenniveau bilden. Die Schwelle, also der unterste waagerechte Balken, liegt direkt auf dem Fundament oder auf einzelnen Punktfundamenten. Die Ständer tragen die darüber liegenden Rahmen und die Dachkonstruktion.
Weil das Erdgeschoss-Gebinde in unmittelbarer Bodennähe liegt, ist es besonders anfällig für Feuchtigkeitsschäden. Aufsteigende Feuchtigkeit, Spritzwasser und mangelnde Belüftung können zu Fäulnis und Pilzbefall führen. Bei der Sanierung historischer Fachwerkhäuser ist das Erdgeschoss-Gebinde daher häufig das am stärksten geschädigte Bauteil.
Bei einer fachgerechten Restaurierung wird das beschädigte Holz durch widerstandsfähige Holzarten wie Eiche ersetzt. Moderne Abdichtungen zwischen Fundament und Schwelle verhindern den kapillaren Feuchtigkeitsaufstieg. Auch eine ausreichende Belüftung der Konstruktion ist entscheidend für die Langlebigkeit.
Im traditionellen Fachwerkbau werden die Verbindungen im Erdgeschoss-Gebinde als Zapfenverbindungen ausgeführt. Diese handwerkliche Technik wurde über Jahrhunderte perfektioniert und sorgt für eine stabile, dauerhafte Konstruktion ohne metallische Verbindungsmittel.
Verwandte Begriffe
- Gebinde
- Fundament
- Holz
- Balken
- Fachwerk
- Schwelle
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