Eine Terrasse durch einen Fachbetrieb anlegen zu lassen kostet im Schnitt €60–120 pro m² inklusive Materialien und Arbeit. Machen Sie es selbst, zahlen Sie nur für die Materialien: €20–50 pro m² je nach Terrassenmaterial. Bei einer 20 m² großen Terrasse sparen Sie damit schnell €800–1.400. Das ist der Grund, warum das Anlegen einer Terrasse zu den beliebtesten Heimwerkerprojekten in Deutschland gehört. In diesem Artikel erhalten Sie alle Informationen: von der Materialwahl und dem Unterbau bis hin zur konkreten Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Was kostet das Anlegen einer Terrasse? Selbst machen vs. Fachbetrieb
Kostenübersicht
| Methode | Materialkosten | Arbeitskosten | Gesamt pro m² |
|---|---|---|---|
| Selbst machen — Pflastersteine | €15–25 | €0 | €15–25 |
| Selbst machen — Platten | €20–40 | €0 | €20–40 |
| Selbst machen — Holz (Hartholz) | €35–70 | €0 | €35–70 |
| Fachbetrieb — Pflastersteine | €15–25 | €35–50 | €50–75 |
| Fachbetrieb — Platten | €20–40 | €40–60 | €60–100 |
| Fachbetrieb — Holz | €35–70 | €45–70 | €80–140 |
Rechenbeispiel: Terrasse von 20 m² mit Betonpflastersteinen
- Selbst machen: ca. €400–500 gesamt (inkl. Unterbau und Material)
- Fachbetrieb: ca. €1.000–1.500 gesamt
- Ersparnis: €600–1.000
Wann lohnt sich Eigenleistung?
Eine Terrasse selbst anzulegen ist für die meisten Heimwerker machbar. Sie benötigen weder Spezialwerkzeug noch Fachkenntnisse für Pflastersteine oder Betonplatten. Eine Holzterrasse erfordert etwas mehr Präzision (Sägen, Schrauben, mit der Wasserwaage arbeiten), ist aber ebenfalls gut zu realisieren. Planen Sie für eine 20 m² große Terrasse zwei volle Wochenenden ein.
Welches Terrassenmaterial passt zu Ihnen?
| Material | Preis pro m² | Lebensdauer | Pflege | Optik |
|---|---|---|---|---|
| Betonpflastersteine | €10–20 | 30+ Jahre | Gering | Klassisch, robust |
| Betonplatten | €12–25 | 25–30 Jahre | Gering | Neutral, modern |
| Naturstein (Basalt, Granit) | €25–60 | 50+ Jahre | Gering | Luxuriös, zeitlos |
| Feinsteinzeug | €20–50 | 25+ Jahre | Sehr gering | Modern, clean |
| Hartholzdielen | €35–70 | 15–25 Jahre | Mittel (jährlich ölen) | Warm, organisch |
| Kompositholz (WPC) | €40–80 | 25+ Jahre | Gering | Modern, pflegeleicht |
Pflastersteine vs. Platten: Pflastersteine sind robuster und verzeihen einen unebenen Untergrund besser. Platten wirken ordentlicher, erfordern aber einen gleichmäßigeren Unterbau. Für eine Terrasse mit Kindern oder bei starker Beanspruchung sind Pflastersteine die bessere Wahl.
Holz vs. Stein: Holz verleiht ein wärmeres Erscheinungsbild, erfordert aber mehr Pflege. Stein ist langlebiger und pflegeleichter. Kompositholz ist ein Mittelweg: die Optik von Holz mit dem geringen Pflegeaufwand von Stein.
Materialliste
| Material | Menge (pro 10 m²) | Preisrichtwert |
|---|---|---|
| Betonpflastersteine oder Platten | 10 m² + 5 % Verschnitt | €100–200 |
| Schotter (Unterbau) | 200–300 kg | €15–25 |
| Brechsand (Sandbett) | 300–400 kg | €15–20 |
| Kunststoffrandstein/-einfassung | 12–15 m | €20–40 |
| Unkrautvlies | 11 m² | €10–15 |
| Fugensand | 25 kg | €5–10 |
| Hammer oder Steinmeißel | 1 | €15–30 |
| Wasserwaage (1,5 m) | 1 | €15–25 |
| Gummihammer | 1 | €10–20 |
| Rüttelplatte (Miete) | 1 Tag | €30–60 |
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Terrasse anlegen
Schritt 1 — Entwurf und Absteckung
Bestimmen Sie die Abmessungen und Form der Terrasse. Stecken Sie die Konturen mit Pflöcken und Schnur ab. Prüfen Sie, ob die Terrasse leicht vom Haus weg abfällt (mindestens 1 cm pro Meter für die Wasserableitung). Berechnen Sie außerdem den Materialbedarf mit 5 % Mehrbedarf für Verschnitt.
Schritt 2 — Boden abtragen
Graben Sie den Boden auf die richtige Tiefe ab. Für Pflastersteine und Platten: 20–25 cm unter dem gewünschten Endniveau (10 cm Schotter + 5 cm Sand + Materialdicke). Für eine Holzterrasse auf Pfosten: 40–60 cm pro Pfosten ausheben. Wurzeln und organisches Material entfernen.
Schritt 3 — Unterbau anlegen
Eine Schotterschicht von mindestens 10 cm einbringen und mit einer Rüttelplatte verdichten (beim Baumarkt leihbar). Ein guter Unterbau verhindert Absenken und Verschiebung der Platten. An den Rändern Einfassungssteine oder Randsteine einsetzen, um die Terrasse in Position zu halten.
Schritt 4 — Sandbett aufbringen
Eine Schicht Brechsand von 3–5 cm aufbringen. Mit einem Abzieher oder einer geraden Latte glattstreichen. Gefälle mit der Wasserwaage prüfen: die Fläche muss mindestens 1 % vom Haus weg gefällt sein. Nach dem Glätten nicht mehr betreten.
Schritt 5 — Material verlegen
An der Hauswand oder einem festen Ausgangspunkt beginnen und nach außen arbeiten. Pflastersteine oder Platten mit schmalen, gleichmäßigen Fugen verlegen (2–3 mm für Pflastersteine, 5–8 mm für Platten). Gummihammer verwenden, um das Material leicht in das Sandbett einzuklopfen. Regelmäßig mit der Wasserwaage kontrollieren. Steine auf Maß schneiden mit Steinmeißel oder Steinsäge (leihbar).
Schritt 6 — Einschlämmen und abrunden
Fugensand über die Terrasse streuen und in die Fugen kehren. Einen zweiten Durchgang mit der Rüttelplatte machen, um alles zu verdichten und den Fugensand weiter einzudrücken. Bei Bedarf erneut Sand nachfüllen. Einfassungssteine entfernen, wenn die Ränder fest sitzen.
Schritt 7 — Fertigstellung
Terrasse mit Wasser reinigen. Naturstein oder Holz direkt nach dem Verlegen mit geeigneten Pflegeprodukten behandeln (Imprägnierung, Öl oder Lack). Nach 2–3 Wochen prüfen, ob Steine abgesackt sind, und bei Bedarf zusätzlichen Fugensand einbringen.
Häufige Fehler
| Fehler | Folge | Lösung |
|---|---|---|
| Zu wenig tief abgegraben | Terrasse zu hoch, Einfassungen funktionieren nicht | Immer 20–25 cm abtragen |
| Keine oder zu dünne Schotterschicht | Terrasse sackt ab oder verschiebt sich | Mindestens 10 cm verdichteter Schotter |
| Kein Gefälle angelegt | Regenwasser staut sich auf der Terrasse | Mindestens 1 cm/m Gefälle vom Haus weg |
| Keine Randeinfassung | Äußere Steinreihe sackt ab | Immer Randeinfassung setzen |
| Sandbett nach dem Glätten betreten | Ungleichmäßiges Sandbett | Nach dem Glätten nicht mehr betreten |
| Falsche Fugenbreite | Steine verschieben sich | 2–3 mm für Pflastersteine, 5–8 mm für Platten |
Baugenehmigung: brauchen Sie eine?
Für die meisten Terrassen ist keine Baugenehmigung erforderlich. Ausnahmen:
- Wenn die Terrasse mehr als 1 m hoch ist (erhöhte Terrasse oder Dachterrasse)
- Wenn das Gebäude denkmalgeschützt ist
- Wenn über der Terrasse eine Überdachung gebaut wird (dann gelten ggf. andere Vorschriften)
Im Zweifelsfall: bei der zuständigen Baubehörde oder über die kommunale Bauberatung nachfragen.
Fazit
Eine Terrasse selbst anzulegen ist ein hervorragendes Heimwerkerprojekt, das Sie €600–1.400 bei einer 20 m² großen Terrasse sparen kann. Wählen Sie Pflastersteine für ein robustes, pflegeleichtes Ergebnis. Wählen Sie Holz, wenn Sie Wärme und Atmosphäre suchen. Sorgen Sie immer für einen guten Unterbau — das ist das Fundament einer Terrasse, die jahrelang schön bleibt.
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