Tapezieren lassen kostet durchschnittlich €12–25 pro m² inklusive Materialien und Arbeit. Machen Sie es selbst, zahlen Sie nur für die Tapete und die Materialien: €4–15 pro m² je nach Tapetentyp. Für ein Zimmer mit 40 m² Wandfläche spart das schnell €320–400 an Arbeitskosten. Tapezieren ist eine der zugänglichsten Heimwerkerarbeiten, besonders mit moderner Vliestapete. In diesem Artikel erfahren Sie alles: von der richtigen Tapetenwahl bis zu einer konkreten Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Was kostet Tapezieren? Selbst machen vs. Fachmann beauftragen
Kostenübersicht
| Tapetentyp | Preis pro Rolle (ca. 5 m²) | Preis pro m² | Fachmann pro m² |
|---|---|---|---|
| Vliestapete (einfach) | €12–25 | €2–5 | €10–18 |
| Vliestapete (Design) | €30–80 | €6–16 | €14–25 |
| Papiertapete | €8–20 | €2–4 | €10–18 |
| Vinyltapete | €15–35 | €3–7 | €12–20 |
| Strukturtapete / Velourstapete | €20–50 | €4–10 | €14–22 |
| Fototapete (maßgefertigt) | €60–200+ (pro Bahn) | €20–50 | €12–18 (Arbeit) |
Rechenbeispiel: Wohnzimmer mit 40 m² Wandfläche, Vliestapete (€5/m² Material)
- Selbst machen: ca. €200 Material
- Fachmann beauftragen: ca. €560–720 (Material + Arbeit)
- Ersparnis: €360–520
Wann lohnt sich Selbermachen?
Vliestapete ist ideal für Anfänger: Der Kleister kommt auf die Wand, nicht auf die Tapete, und die Tapete verzeiht Fehler leichter. Papiertapete ist schwieriger: Sie zieht sich nach dem Einweichen durch den Kleister zusammen und erfordert mehr Erfahrung. Rechnen Sie für einen erfahrenen Heimwerker mit 1 Stunde pro Bahn bei Vliestapete. Ein Zimmer mit 40 m² Wandfläche können Sie an einem Tag fertig tapezieren.
Welche Tapete wählen Sie?
| Typ | Eigenschaften | Schwierigkeitsgrad | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Vliestapete | Stabil, schrumpft nicht, Kleister auf die Wand | Einfach | Wohnzimmer, Schlafzimmer, Anfänger |
| Papiertapete | Günstig, empfindlich, zieht sich zusammen | Schwer | Erfahrene Tapezierer |
| Vinyltapete | Abwaschbar, feuchtigkeitsbeständig | Mittel | Küche, Flur |
| Strukturtapete | Grobes Relief, überstreichbar | Einfach | Decke, weniger schöne Wände |
| Fototapete | Maßgefertigt, großformatig | Mittel | Akzentwand, Kinderzimmer |
| Velourstapete | Luxusgefühl, berührungsempfindlich | Schwer | Wohnzimmer, Schlafzimmer |
Rapportversatz: Tapeten mit großem Muster (Rapport) haben mehr Verschnitt. Bei einem Rapport von 64 cm rechnen Sie ca. 15–20% Aufschlag bei der Berechnung hinzu.
Wie viele Rollen brauchen Sie?
Berechnen Sie:
- Messen Sie den gesamten Wandumfang (in Metern)
- Multiplizieren Sie mit der Raumhöhe
- Ziehen Sie die Flächen von Türen und Fenstern ab
- Teilen Sie durch die Nutzfläche pro Rolle (steht auf dem Etikett, meist 4,5–5,5 m²)
- Addieren Sie 10% Aufschlag für Verschnitt (15–20% bei großem Rapport)
Beispiel: Zimmer 3,5 × 4 m, Höhe 2,6 m → Umfang 15 m × 2,6 m = 39 m² – 4 m² (Türen/Fenster) = 35 m² / 5 = 7 Rollen + 10% = 8 Rollen.
Materialliste
| Material | Menge | Preisindikation |
|---|---|---|
| Tapete (siehe Berechnung) | 8 Rollen | €96–200 |
| Tapetenkleister (Vliestapete) | 1 Packung (10 Liter) | €8–15 |
| Tapetenbürste | 1 | €8–15 |
| Kleisterwanne | 1 | €5–10 |
| Tapezierschere | 1 | €8–15 |
| Tapeziermesser + Ersatzklingen | 1 Set | €5–10 |
| Wasserwaage oder Lot | 1 | €10–20 |
| Schwämme und saubere Eimer | 2–3 | €5 |
| Nahtroller | 1 | €4–8 |
| Tapezierspachtel / Wandfüller | 1 Packung | €8–15 |
| Tapezierpimer / Wandreparatur | 1 Liter | €8–12 |
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Tapezieren
Schritt 1 — Wand vorbereiten
Ein gutes Ergebnis beginnt mit einem guten Untergrund. Alte Tapete vollständig entfernen (mit Wasser oder Tapetenablöser einsprühen und abkratzen). Risse, Unebenheiten und Löcher verspachteln. Nach dem Trocknen glattschleifen. Die Wand von Schmutz reinigen und entfetten. Eine Lage Tiefengrund oder Tapezierpimer auftragen — das verhindert, dass die Wand die Feuchtigkeit aus dem Kleister zu schnell aufsaugt.
Schritt 2 — Erste Bahn anloten
Den Startpunkt bestimmen (üblicherweise neben Tür oder Fenster, damit eventuelle Anschlüsse nicht auffallen). Ein Lot hängen oder eine Wasserwaage verwenden, um eine senkrechte Linie an die Wand zu zeichnen. Das ist Ihre Referenzlinie — jede Bahn orientieren Sie daran. Tapeten folgen nie der Ecke eines Zimmers als Referenz, da Ecken fast nie gerade sind.
Schritt 3 — Kleister auftragen
Bei Vliestapete: Kleister direkt auf die Wand auftragen (Bahn für Bahn). Eine Kleisterbahn auftragen, die etwas breiter ist als die Tapete. Breiten Pinsel oder Rolle verwenden. Bei Papiertapete: Kleister auf die Tapetenbahn auftragen, die Bahn doppelt legen (Kleister auf Kleister) und die Einweichzeit abwarten (steht auf der Verpackung, üblicherweise 3–5 Minuten).
Schritt 4 — Erste Bahn anbringen
Die erste Bahn an der senkrechten Linie ansetzen. Oben beginnen und die Tapete mit der Tapezierbürste von oben nach unten und vom Mittelpunkt zu den Seiten hin andrücken. Luftblasen herausarbeiten. Den Überstand oben (Decke) und unten (Fußboden) mit dem Tapeziermesser an einem Lineal oder Spachtel abschneiden.
Schritt 5 — Weitere Bahnen anbringen
Jede weitere Bahn direkt neben die vorherige setzen — Stoßkante an Stoßkante (Kanten berühren sich, keine Überlappung). Das Muster prüfen: sorgfältig ausrichten, bevor Sie die Bahn endgültig anbringen. Die Naht mit dem Nahtroller gut andrücken.
Schritt 6 — Ecken und Hindernisse
In Ecken: Die Bahn so zuschneiden, dass ca. 1 cm um die Ecke läuft. An der nächsten Wand wieder mit einer senkrechten Referenzlinie beginnen. Rund um Steckdosen und Lichtschalter: Kreuzschnitte machen, Tapete andrücken und den Überstand abschneiden. Vorher die Sicherung ausschalten.
Schritt 7 — Nacharbeiten
Kleisterreste sofort mit einem feuchten Schwamm entfernen — eingetrockneter Kleister hinterlässt hässliche Flecken. Nach dem Trocknen (24 Stunden) prüfen, ob alle Nähte gut anliegen. Lose Ränder erneut mit Nahtkleber ankleben.
Häufige Fehler
| Fehler | Folge | Lösung |
|---|---|---|
| Wand nicht grundieren | Tapete löst sich, Luftblasen | Immer Tiefengrund oder Tapezierpimer auftragen |
| In einer Ecke beginnen | Schief hängende Tapete | Immer senkrechte Referenzlinie ziehen |
| Falscher Kleister für Tapetentyp | Tapete löst sich oder zieht sich zusammen | Vom Hersteller empfohlenen Kleister verwenden |
| Zu kurze Einweichzeit (Papiertapete) | Tapete reißt, klebt schlecht | Einweichzeit auf der Verpackung einhalten |
| Muster nicht ausrichten | Muster stimmt nicht überein | Probe vor dem Anbringen machen |
| Kleister auf der Oberfläche lassen | Flecken, die später sichtbar werden | Sofort mit feuchtem Schwamm entfernen |
Fazit
Tapezieren ist eine ausgezeichnete Heimwerkerarbeit, die ein Zimmer vollständig verwandelt. Wählen Sie Vliestapete, wenn Sie zum ersten Mal tapezieren — sie verzeiht Fehler und liefert ein schönes Ergebnis. Widmen Sie die meiste Aufmerksamkeit der Wandvorbereitung und dem Anloten der ersten senkrechten Linie. Diese zwei Schritte bestimmen 80% des Endergebnisses.
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