Kleiderschrank selber bauen: Maßschrank für 200-800 € (Anleitung 2026)

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Einen Kleiderschrank selber zu bauen kostet zwischen 200 und 800 € an Material, abhängig von Schranktyp, Maßen und Materialwahl. Ein vergleichbarer Maßschrank vom Tischler kostet schnell 1.500 bis 4.000 €. Sie sparen also 50 bis 70 Prozent und bekommen genau die Aufteilung, die zu Ihrer Kleidung und Ihrem Raum passt. In diesem Artikel erfahren Sie, welcher Kleiderschranktyp am besten zu Ihrer Situation passt, welche Materialien Sie brauchen und wie Sie Schritt für Schritt einen stabilen Schrank mit professioneller Optik bauen.

Was kostet ein Kleiderschrank zum Selberbauen?

Die Kosten hängen von drei Faktoren ab: dem Schranktyp, dem Material und der Innenaufteilung (Regalböden, Kleiderstange, Schubladen). Hier ein Überblick pro Variante.

Materialkosten pro Schranktyp

Schranktyp Maße (B x H x T) Kosten MDF Kosten Multiplex Kosten Massivholz
Einzelschrank (1-türig) 60 x 200 x 60 cm 150 – 250 € 200 – 350 € 350 – 550 €
Standardschrank (2-türig) 120 x 200 x 60 cm 250 – 400 € 350 – 550 € 500 – 850 €
Breiter Schrank (3-türig) 180 x 200 x 60 cm 350 – 550 € 500 – 750 € 700 – 1.200 €
Einbauschrank (Nische 180 cm) 180 x 250 x 60 cm 200 – 400 € 300 – 500 € 450 – 800 €

Preise inklusive Platten-/Holzmaterial, Schrauben, Dübelstifte und Basisbeschlag. Exklusive Türen (beim Einbauschrank), Schubladenführungen und Finish.

Selber bauen vs. IKEA vs. Maßanfertigung

Selber bauen IKEA PAX Tischler/Schreiner
Kosten (2-türig, 120 cm) 250 – 550 € 400 – 700 € 1.500 – 3.000 €
Kosten (Einbauschrank, 180 cm) 300 – 600 € 600 – 1.100 € 2.000 – 4.000 €
Zeitaufwand 8 – 16 Stunden 3 – 6 Stunden (Aufbau) 0 Stunden (wird geliefert und montiert)
Maßarbeit möglich Ja, vollständig Begrenzt (Standardmaße) Ja, vollständig
Materialqualität Sie bestimmen Spanplatte mit Melamin Meist MDF oder Multiplex
Aufteilung anpassbar Ja, vollständig Begrenzt (Zubehör) Ja, vollständig
Lebensdauer 15 – 30+ Jahre 5 – 15 Jahre 15 – 25 Jahre

Der Unterschied ist deutlich: IKEA ist am schnellsten, Maßanfertigung am teuersten, und Selberbauen bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Besonders beim Einbauschrank sparen Sie ordentlich, weil Sie Wände, Boden und Decke der Nische als Schrankraum nutzen und weniger Material brauchen.

Welchen Kleiderschranktyp bauen Sie?

Bevor Sie Material kaufen, legen Sie fest, welchen Schranktyp Sie bauen wollen. Jeder Typ hat andere Anforderungen an Konstruktion und Schwierigkeitsgrad.

Übersicht Schranktypen

Typ Merkmale Schwierigkeitsgrad Geeignet für
Freistehender Schrank Komplettes Möbelstück mit eigenen Seitenwänden, Boden und Deckel Mittel Jeder Raum, transportabel
Einbauschrank Regalböden und Kleiderstange in einer vorhandenen Nische oder zwischen zwei Wänden Einfach Nischen, Dachschrägen, Schlafzimmer
Wandschrank (halb eingebaut) Schrank an der Wand mit eigenen Seitenwänden, aber ohne Rückwand Mittel Schlafzimmer, Flure
Begehbarer Kleiderschrank Ein ganzer Raum als Kleiderschrank eingerichtet mit offenen Regalen Mittel-schwer Große Schlafzimmer, separater Raum

Für Ihr erstes Projekt ist ein Einbauschrank am besten geeignet. Sie brauchen weniger Material (die Wände sind Ihre Seitenwände) und die Konstruktion ist einfacher. Ein freistehender Schrank erfordert mehr Präzision, weil das Möbelstück eigenständig stehen muss, ohne zu wackeln.

Standardmaße

Halten Sie sich an diese Richtlinien beim Entwurf:

Bauteil Empfohlenes Maß Warum
Schranktiefe 58 – 62 cm Kleiderbügel sind ~45 cm breit, plus Platz für die Tür
Schrankhöhe 200 – 250 cm Standardraumhöhe, bis zur Decke für maximalen Stauraum
Schrankbreite 100 – 300 cm Abhängig vom verfügbaren Platz
Hängebereich lang 140 – 170 cm hoch Für Mäntel, Kleider, lange Kleidung
Hängebereich kurz 90 – 110 cm hoch Für Hemden, Blusen, Hosen am Bügel
Regalbodenabstand 30 – 40 cm Zwischenraum Für gestapelte Kleidung
Schubladenhöhe 15 – 25 cm pro Schublade Für Unterwäsche, Socken, Accessoires
Sockelhöhe 8 – 10 cm Verhindert Feuchtigkeitsschäden, einfacher sauber zu halten

Tipp: Messen Sie immer die Höhe Ihres längsten Kleidungsstücks (Mantel, Kleid) und addieren Sie 5 cm. Das ist die Mindesthöhe für Ihren langen Hängebereich.

Die Aufteilung planen: Was kommt wohin?

Eine gute Aufteilung bestimmt, ob Ihr Schrank angenehm zu nutzen ist. Planen Sie das vorher auf Papier oder mit einer einfachen Skizze.

Die ideale Aufteilung pro Person

Für einen Schrank von 120 cm Breite (2 Personen) oder 180 cm Breite (2 Personen mit Platz) funktioniert diese Aufteilung gut:

Zone Breite Höhe Inhalt
Lang hängen 50 – 60 cm 140 – 170 cm Mäntel, Kleider, lange Hosen
Kurz hängen 50 – 60 cm 90 – 110 cm Hemden, Blusen, kurze Jacken
Regalböden 40 – 60 cm 4-5 Böden à 30-40 cm Pullover, T-Shirts, Jeans
Schubladen 40 – 60 cm 2-3 Schubladen à 15-20 cm Unterwäsche, Socken, Accessoires
Oberes Regal Volle Breite 30 – 40 cm (über dem Hängebereich) Saisonkleidung, Kisten, Taschen

Praktische Ergänzungen

  • Hosenauszug: Eine ausziehbare Stange, an der Sie 8-10 Hosen nebeneinander aufhängen. Kostet 15-30 € und spart viel Platz.
  • Ausziehbarer Spiegel: Montieren Sie einen drehbaren Spiegel an der Innenseite der Tür. Kostet rund 20 €.
  • Schuhregal: Ein schräges Brett unten im Schrank. Unter dem kurzen Hängebereich platzieren.
  • Beleuchtung: Ein einfacher LED-Streifen (10-15 €) mit Sensor macht Ihren Schrank sofort übersichtlicher, besonders bei Einbauschränken.
  • Ausziehbare Körbe: Drahtkörbe auf Führungen eignen sich gut für Sportkleidung oder Wäsche. Ab 12 € pro Stück.

Materialien vergleichen: MDF, Multiplex oder Massivholz?

Die Materialwahl bestimmt Optik, Stabilität und Preis Ihres Schranks. Hier die drei am häufigsten verwendeten Optionen.

Plattenmaterial-Vergleich

Material Preis pro Platte (244×122 cm, 18 mm) Stärke Optik Bearbeitbarkeit Geeignet für
MDF (melaminbeschichtet) 35 – 60 € Gut Glatt, modern, keine Maserung sichtbar Leicht zu sägen, Kanten mit ABS-Umleimer versehen Einbauschränke, glatte Schränke
Birke-Multiplex 55 – 90 € Sehr gut Schöne Schichtstruktur an den Kanten Gut zu sägen, Kanten können unbehandelt bleiben Sichtbare Schränke, modern-industriell
Okoumé-Multiplex 45 – 70 € Gut Warm, heller Farbton Gut zu bearbeiten, leichter als Birke Schränke, die gestrichen oder lackiert werden
Fichtenholz massiv 6 – 12 € pro lfd. m Brett Mittel Ruhig, ländlich Einfach, verzieht sich aber bei Feuchtigkeit Freistehende Schränke, Landhausstil
Eichenholz massiv 15 – 30 € pro lfd. m Brett Ausgezeichnet Luxuriös, schöne Maserung Schwieriger, Hartholz Hochwertige Möbel

Welches Material für welchen Schranktyp?

Schranktyp Empfohlenes Material Warum
Einbauschrank (glatt) MDF melaminbeschichtet (18 mm) Günstig, glatte Optik, einfach auf Maß zu bringen
Einbauschrank (sichtbare Kanten) Birke-Multiplex (18 mm) Schöne Kanten, muss nicht nachbearbeitet werden
Freistehender Schrank Birke-Multiplex oder Massivholz Stabiler, schönere Möbeloptik
Begehbarer Kleiderschrank MDF oder Multiplex Viel Fläche nötig, Preis ist ein Faktor

Empfehlung für Anfänger: Wählen Sie melaminbeschichtetes MDF (18 mm) in Weiß oder Anthrazit. Es ist am günstigsten, am einfachsten zu bearbeiten und ergibt ein glattes Ergebnis. Der Baumarkt sägt es auf Maß, sodass Sie nur einen Akkubohrschrauber für die Montage brauchen.

Beachten Sie bei MDF: Die Kanten sind porös und unansehnlich. Versehen Sie sie mit selbstklebender ABS-Kantenbandung (5-10 € pro Rolle). Drücken Sie das Band mit einem Bügeleisen an und schneiden Sie den Überstand mit einem Cuttermesser ab.

Benötigte Materialien und Werkzeug

Materialliste freistehender Schrank (120 x 200 x 60 cm, MDF 18 mm)

Plattenmaterial:
– 2x Seitenwand: 200 x 58 cm
– 1x Deckel: 120 x 60 cm
– 1x Boden: 116,4 x 58 cm (zwischen den Seitenwänden)
– 1x Trennwand: 96 x 58 cm (zur Trennung von Hänge- und Regalbereich)
– 4x Regalboden: 58 x 58 cm (im Regalbereich)
– 1x Sockelblende: 120 x 10 cm
– 1x Rückwand: 120 x 200 cm (3 mm Hartfaser oder dünnes MDF)

Befestigung und Beschlag:
– Holzschrauben 4 x 50 mm (ca. 40 Stück)
– Holzschrauben 3,5 x 16 mm (ca. 30 Stück, für Rückwand)
– Dübelstifte 8 mm (ca. 20 Stück)
– Bodenträger (16 Stück, 4 pro Regalboden)
– Holzleim D3
– ABS-Kantenbandung in passender Farbe (ca. 12 Meter)
– Scharniere (4 Stück, 2 pro Tür) — 110-Grad-Topfscharniere empfohlen
– Türgriffe oder Griffleisten (2 Stück)

Kleiderstange:
– 1x Rundstange Ø 25 mm, Länge 58 cm
– 2x Stangenhalter

Finish:
– Schleifpapier Körnung 120 und 180
– Eventuell Farbe oder Lack bei unbeschichtetem MDF

Benötigtes Werkzeug

Werkzeug Notwendig? Alternative
Akkubohrschrauber mit Bitset Ja
Handkreissäge oder Stichsäge Ja, für kleine Anpassungen Alles im Baumarkt auf Maß sägen lassen
Wasserwaage Ja
Rollmaßband (min. 3 Meter) Ja
Anschlagwinkel Ja
Bleistift Ja
Schleifklotz oder Schleifmaschine Empfohlen
Zwingen (min. 4 Stück) Empfohlen Jemanden zum Festhalten bitten
Bügeleisen Ja, für ABS-Kantenbandung
Cuttermesser Ja
Kreuzschlitz-Schraubendreher Praktisch als Backup

Tipp: Lassen Sie das gesamte Plattenmaterial im Baumarkt auf Maß sägen. Die meisten Baumärkte berechnen 0,50 € pro Schnitt und sägen millimetergenau. Das spart Ihnen eine Kreissäge und liefert ein saubereres Ergebnis.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Kleiderschrank bauen in 10 Schritten

Schritt 1: Entwurf und Maße

Messen Sie den verfügbaren Raum sorgfältig aus. Messen Sie auf drei Höhen die Breite (Boden, Mitte, Decke) und auf drei Breiten die Höhe. Wände sind fast nie 100 % gerade, also nehmen Sie das kleinste Maß als Ausgangspunkt.

Erstellen Sie eine Skizze mit:
– Außenmaßen (Breite x Höhe x Tiefe)
– Position der Trennwand
– Anzahl und Position der Regalböden
– Höhe des Hängebereichs (lang und/oder kurz)
– Position der Kleiderstange

Häufiger Fehler: Die Tiefe zu knapp bemessen. Kleiderbügel mit Kleidung benötigen 50-55 cm. Addieren Sie 5-8 cm für die Türen. Eine Schranktiefe von mindestens 58 cm ist die sichere Wahl.

Schritt 2: Material einkaufen und auf Maß sägen lassen

Gehen Sie mit Ihrer Schnittliste zum Baumarkt. Prüfen Sie vor dem Kauf:
– Sind die Platten gerade und unbeschädigt?
– Stimmt die Stärke (18 mm)?
– Ist die Melaminfarbe identisch pro Platte (Chargennummer prüfen)?

Lassen Sie alle Teile auf Maß sägen und nummerieren Sie jedes Stück mit einem Bleistift (S1 = Seitenwand 1, B = Boden usw.). Das vermeidet Verwechslungen bei der Montage.

Tipp: Mit einem professionellen Bauplan sparen Sie Zeit und Material. Bei fredsbauanleitungen.de finden Sie Baupläne für Kleiderschränke in verschiedenen Größen, inklusive Schnittlisten und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Schritt 3: Kanten bearbeiten (MDF)

Bringen Sie die ABS-Kantenbandung an allen sichtbaren Kanten an, bevor Sie mit der Montage beginnen. Legen Sie das Kantenband auf die Kante, fahren Sie mit dem Bügeleisen auf mittlerer Temperatur darüber und drücken Sie fest mit einem Holzstück an. Schneiden Sie den Überstand mit einem Cuttermesser ab und schleifen Sie den Übergang leicht mit Körnung 180.

Bearbeiten Sie mindestens:
– Vorderkanten der Seitenwände
– Vorderkanten der Regalböden
– Vorderkante des Deckels
– Alle sichtbaren Kanten der Trennwand

Schritt 4: Bohrlöcher und Dübelstifte vorbereiten

Bohren Sie die Löcher für die Dübelstifte, die Boden und Trennwand mit den Seitenwänden verbinden. Verwenden Sie einen 8-mm-Holzbohrer und bohren Sie maximal 30 mm tief. Verwenden Sie einen Tiefenanschlag oder wickeln Sie Klebeband als Markierung um den Bohrer auf 30 mm.

Pro Verbindung verwenden Sie 2-3 Dübelstifte. Geben Sie Holzleim in die Löcher, drücken Sie die Stifte hinein und machen Sie zuerst eine Trockenpassung (ohne Leim), um zu prüfen, ob alles stimmt.

Schritt 5: Boden und Trennwand montieren

Legen Sie eine Seitenwand flach auf den Boden (auf einer Decke oder Pappe, um Kratzer zu vermeiden). Montieren Sie den Boden rechtwinklig an der Seitenwand mit Dübelstiften und Holzleim. Verstärken Sie die Verbindung mit 2-3 Schrauben von der Außenseite der Seitenwand in die Stirnkante des Bodens.

Montieren Sie die Trennwand auf die gleiche Weise auf dem Boden. Prüfen Sie mit einem Anschlagwinkel, ob alles rechtwinklig steht.

Schritt 6: Zweite Seitenwand und Deckel anbringen

Tragen Sie Leim auf die Dübelstifte von Boden und Trennwand auf und setzen Sie die zweite Seitenwand auf. Spannen Sie alles fest und prüfen Sie die Rechtwinkligkeit. Montieren Sie anschließend den Deckel auf die gleiche Weise.

Wichtig: Arbeiten Sie bei diesem Schritt zu zweit. Sie brauchen jemanden, der die Konstruktion stabil hält, während Sie schrauben und spannen.

Schritt 7: Rückwand befestigen

Die Rückwand (3 mm Hartfaser) gibt dem Schrank seine Steifigkeit. Ohne Rückwand wackelt der Schrank. Legen Sie den Schrank flach hin, prüfen Sie, ob die Ecken rechtwinklig sind, indem Sie die Diagonalen messen (beide müssen gleich sein), und schrauben Sie die Rückwand mit 3,5 x 16 mm Schrauben fest, alle 15-20 cm entlang der Kanten und auf der Trennwand.

Schritt 8: Bodenträger und Regalböden einsetzen

Bohren Sie 5-mm-Löcher für die Bodenträger. Verwenden Sie eine Bohrschablone oder messen Sie genau: Setzen Sie die Löcher auf gleicher Höhe in beide Seitenwände (oder Seitenwand und Trennwand). Ein Trick: Bauen Sie eine Schablone aus einer Leiste mit Löchern in festen Abständen (32-mm-System). So sitzen alle Löcher auf der gleichen Höhe.

Stecken Sie die Bodenträger in die Löcher und legen Sie die Regalböden auf. Die Böden müssen nicht verschraubt werden; sie liegen lose auf den Trägern, damit Sie sie später umsetzen können.

Schritt 9: Kleiderstange montieren

Montieren Sie die Stangenhalter 5 cm von der Rückwand entfernt auf der gewünschten Höhe. Verschrauben Sie sie mit 4 x 30 mm Schrauben. Legen Sie die Stange ein und prüfen Sie, ob sie waagerecht hängt.

Tragfähigkeit: Eine Stahlstange mit 25 mm Durchmesser trägt problemlos 30-40 kg Kleidung über eine Spannweite von 60 cm. Bei einem breiteren Schrank (mehr als 90 cm) montieren Sie eine zusätzliche Stütze in der Mitte, um Durchbiegen zu verhindern.

Schritt 10: Türen montieren

Verwenden Sie 110-Grad-Topfscharniere (auch Euro-Scharniere genannt). Diese Scharniere sind in drei Richtungen verstellbar, sodass Sie die Türen immer sauber ausrichten können.

Bohren Sie ein 35-mm-Loch mit einem Forstnerbohrer in die Innenseite der Tür, 22 mm vom Rand entfernt. Montieren Sie das Scharnier im Loch und schrauben Sie die Montageplatte an die Seitenwand. Justieren Sie die Tür, bis sie gleichmäßig läuft und sauber schließt.

Pro Tür brauchen Sie 2 Scharniere. Bei Türen höher als 180 cm verwenden Sie 3 Scharniere für extra Stabilität.

Türoptionen: Drehtür, Schiebetür oder offener Schrank

Die Wahl des Türtyps beeinflusst Kosten, Platzbedarf und Optik.

Türoptionen im Vergleich

Türtyp Kosten (pro Tür) Benötigter Platz Schwierigkeitsgrad Optik
Drehtür 20 – 50 € (Beschlag) Schwenkraum vor dem Schrank Mittel Klassisch, ordentlich
Schiebetür 80 – 200 € (Schienen + Beschlag) Kein zusätzlicher Platz nötig Mittel-schwer Modern, platzsparend
Offen (keine Tür) 0 € Keiner Einfach Luftig, alles sichtbar
Vorhang 10 – 30 € Minimal Einfach Lässig, Budget-Option

Drehtür ist die Standardwahl. Günstig, einfach zu montieren mit Topfscharnieren, und Sie haben immer vollständigen Zugang zum Schrankinhalt.

Schiebetür ist ideal, wenn Sie wenig Platz vor dem Schrank haben. Die Tür gleitet am Schrank entlang, statt aufzuschwenken. Nachteil: Sie können immer nur die Hälfte des Schranks gleichzeitig öffnen. Das Schienensystem ist teurer und die Montage erfordert mehr Präzision.

Offener Schrank ohne Türen funktioniert gut, wenn Sie Ihre Kleidung ordentlich gefaltet halten und ein dekoratives Element daraus machen. Nachteil: Staub auf der Kleidung und es sieht unordentlich aus, wenn Sie nicht aufräumen.

Schiebetüren selber bauen

Ein Schiebetürsystem besteht aus einer oberen Schiene, einer unteren Schiene (oder Bodenführung) und zwei Türpanelen. Sie kaufen ein fertiges Schienensystem (ab 80 € für zwei Türen) und fertigen die Panele selbst aus MDF oder Multiplex. Beachten Sie:

  • Die Türpanele müssen pro Stück mindestens 3 cm breiter als die Hälfte der Schranköffnung sein (Überlappung)
  • Verwenden Sie 18 mm dickes Material für Stabilität
  • Montieren Sie die obere Schiene waagerecht an der Oberkante des Schranks
  • Die Bodenführung verhindert, dass die Türen hin- und herschwingen

Einbauschrank bauen: Der Budget-Champion

Ein Einbauschrank ist die günstigste und einfachste Option, wenn Sie eine passende Nische haben. Sie nutzen Wände, Boden und gegebenenfalls die Decke als Konstruktion und bauen nur die Innenseite ein.

Was Sie brauchen

  • Regalböden (MDF oder Multiplex, 18 mm)
  • Bodenträger oder Regalschienen (Metallschienen mit Haken oder einzelne Bodenträger)
  • Kleiderstange + Halterungen
  • Schrauben und Dübel (für die Wand)
  • Optional: Türen oder Schiebetüren

Montage in 5 Schritten

  1. Messen: Messen Sie die Nische an mehreren Punkten (Breite oben, Mitte, unten; Tiefe links, Mitte, rechts). Nehmen Sie das kleinste Maß.
  2. Schienen montieren: Schrauben Sie vertikale Metallschienen (Bodenträgersystem) an die Wände in gleichen Abständen. Verwenden Sie eine Wasserwaage.
  3. Regalböden einlegen: Haken Sie die Bodenträger in die Schienen und legen Sie die Böden auf. Sägen Sie die Böden 2-3 mm kürzer als die Nischenbreite für Montagespiel.
  4. Kleiderstange montieren: Schrauben Sie die Stangenhalter in die Nischenwände.
  5. Türen montieren: Optional Schiebetüren oder Vorhänge anbringen.

Kosten Einbauschrank (Nische 180 x 250 cm): 200-400 € an Material. Das ist ein Bruchteil der 2.000-4.000 €, die ein Tischler berechnet.

Häufige Fehler beim Kleiderschrankbau

Vermeiden Sie diese Patzer, die Anfänger oft machen:

1. Keine Rückwand verwenden

Die Rückwand ist nicht dekorativ — sie hält den Schrank rechtwinklig und stabil. Ohne Rückwand wird Ihr Schrank nach ein paar Monaten schief. Immer eine dünne Platte (3-6 mm) als Rückwand montieren.

2. Zu dünne Regalböden verwenden

Ein Regalboden aus 16 mm MDF über eine Spannweite von 80 cm biegt unter einem Stapel Pullover durch. Verwenden Sie mindestens 18 mm Material, und bei Spannweiten über 60 cm eine Plattenstärke von 22 mm oder eine zusätzliche Stütze in der Mitte.

3. Die Kleiderstange zu hoch aufhängen

Sie müssen täglich dran kommen. Hängen Sie die Stange maximal auf 190 cm Höhe. Höher? Dann brauchen Sie jeden Tag einen Hocker. Nicht praktisch.

4. Keinen Sockel oder keine Blende

Ohne Sockel rollt Staub und Schmutz unter den Schrank und Saubermachen ist unmöglich. Ein Sockel von 8-10 cm Höhe löst das Problem und gibt dem Schrank eine fertige Optik.

5. Alles festschrauben statt verstellbar machen

Verwenden Sie Bodenträger statt feste Schrauben für Ihre Regalböden. Ihre Kleidung und Bedürfnisse ändern sich. Verstellbare Böden ersparen Ihnen in der Zukunft viel Aufwand.

6. Den Boden nicht auf Waagerecht prüfen

Wenn der Boden nicht waagerecht ist, steht Ihr Schrank schief und die Türen schließen nicht richtig. Verwenden Sie Unterlegkeile oder Stellfüße, um den Schrank waagerecht auszurichten, bevor Sie den Inhalt einbauen.

7. Zu wenig Belüftung

Ein komplett geschlossener Schrank ohne Luftzirkulation kann einen muffigen Geruch entwickeln oder sogar Schimmel verursachen, besonders an einer Außenwand. Lassen Sie 5 cm Abstand zwischen der Rückwand des Schranks und der Außenwand, oder bohren Sie ein paar Lüftungslöcher in die Rückwand.

Häufig gestellte Fragen

Welches Material ist am besten für einen Kleiderschrank?

Für die meisten Heimwerker ist melaminbeschichtetes MDF (18 mm) die beste Wahl. Es ist bezahlbar (35-60 € pro Platte), einfach zu bearbeiten und ergibt eine glatte Optik. Wollen Sie sichtbare Kanten ohne Kantenband? Dann wählen Sie Birke-Multiplex. Die sichtbare Schichtstruktur an den Kanten gibt eine modern-industrielle Optik. Massivholz ist am schönsten, aber auch am teuersten und am schwierigsten zu verarbeiten.

Wie tief muss ein Kleiderschrank sein?

Mindestens 58 cm. Kleiderbügel mit Kleidung nehmen 50-55 cm ein. Sie brauchen noch 5-8 cm extra, damit die Kleidung nicht gegen die Tür drückt. Bei Schiebetüren brauchen Sie noch 2-3 cm mehr für die Schienenkonstruktion, rechnen Sie also mit 60-62 cm Tiefe.

Kann ich einen Kleiderschrank ohne Erfahrung bauen?

Ja, besonders ein Einbauschrank ist ein gutes Anfängerprojekt. Sie müssen nur Regalböden auf Maß sägen lassen und Bodenträger in die Wand schrauben. Ein freistehender Schrank mit Türen ist einen Schritt schwieriger, aber mit der Anleitung in diesem Artikel und im Baumarkt auf Maß gesägtem Material schaffen die meisten Heimwerker das an einem Wochenende.

Was kostet es, einen Kleiderschrank auf Maß bauen zu lassen?

Ein Tischler berechnet zwischen 1.500 und 4.000 € für einen Kleiderschrank nach Maß, abhängig von den Maßen, dem Material und der Aufteilung. Hinzu kommen eventuelle Kosten für die Demontage eines alten Schranks und das Aufarbeiten der Wand. Selber bauen kostet 200-800 € an Material.

Wie verhindere ich, dass mein selbstgebauter Schrank amateurhaft aussieht?

Drei Dinge machen den Unterschied: (1) Lassen Sie das gesamte Material im Baumarkt auf Maß sägen für saubere Schnitte, (2) bearbeiten Sie alle sichtbaren Kanten mit ABS-Kantenbandung oder wählen Sie Multiplex mit schönen Schnittkanten, und (3) verwenden Sie Topfscharniere statt Aufschraubscharniere — die sind verstellbar und ergeben ein professionelles Ergebnis.

Welches Werkzeug brauche ich mindestens?

Einen Akkubohrschrauber, eine Wasserwaage, ein Rollmaßband und einen Anschlagwinkel. Das ist das Minimum. Wenn Sie das gesamte Material im Baumarkt auf Maß sägen lassen, brauchen Sie keine Säge. Eine Schleifmaschine ist angenehm, aber nicht zwingend nötig bei melaminbeschichtetem MDF.


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