Ein Badezimmer zu renovieren kostet durchschnittlich 4.000 bis 9.000 €, wenn Sie es selbst machen, und 9.000 bis 22.000 €, wenn Sie einen Handwerker beauftragen. Der Unterschied liegt vollständig in den Arbeitskosten — und die sind beim Bad erheblich. In dieser Anleitung erfahren Sie genau, wie Sie Ihr Badezimmer Schritt für Schritt renovieren, was die Kosten je Bestandteil sind und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden müssen. Ob Sie eine Komplettsanierung planen oder ein kleines Bad auffrischen wollen: Dies ist die komplette Anleitung.
Was kostet eine Badezimmer-Renovierung? Selber machen vs. Handwerker
Kosten je Bestandteil
| Bestandteil | Selber machen (Material) | Handwerker (Material + Arbeit) |
| Abrissarbeiten | 0 – 100 € (Container) | 400 – 900 € |
| Leitungen (Wasser + Abfluss) | 200 – 550 € | 900 – 1.700 € |
| Elektrik | 100 – 350 € | 450 – 900 € |
| Abdichtung | 170 – 340 € | 450 – 800 € |
| Fußbodenheizung | 230 – 550 € | 550 – 1.100 € |
| Fliesen (Boden + Wände) | 680 – 1.700 € | 1.700 – 4.000 € |
| Sanitärobjekte (WC, Waschtisch, Dusche/Wanne) | 900 – 3.400 € | 1.350 – 4.500 € |
| Decke | 115 – 340 € | 280 – 680 € |
| Abschlussarbeiten (Silikon, Leisten, Zubehör) | 115 – 280 € | 230 – 550 € |
Gesamtkosten nach Badtyp
| Badtyp | Selber machen | Handwerker |
| Kleines Bad (< 4 m²) | 2.800 – 5.700 € | 6.800 – 13.500 € |
| Durchschnittliches Bad (4–6 m²) | 4.000 – 9.000 € | 9.000 – 20.000 € |
| Großes Bad (> 6 m²) | 5.700 – 13.500 € | 13.500 – 28.000 € |
| Luxus-Bad (Vollausstattung) | 9.000 – 20.000 € | 20.000 – 40.000 € |
Wann lohnt sich das Selbermachen?
Selbermachen spart Ihnen 40–60 % der Gesamtkosten. Die große Ersparnis liegt beim Fliesen (40–60 €/Stunde Arbeitskosten beim Fliesenleger) und den Abrissarbeiten (reine Muskelkraft). Aber es gibt Grenzen. Die Leitungsarbeiten sollten in Deutschland von einem zugelassenen Installateur durchgeführt werden. Elektrik in Nassräumen unterliegt strengen VDE-Normen und muss von einem Elektrofachbetrieb abgenommen werden. Den Rest — Abriss, Abdichtung, Fliesen, Sanitärmontage, Abschlussarbeiten — können Sie durchaus selbst machen.
Realistisches Szenario: Sie machen den Abriss, die Abdichtung, das Fliesen, die Sanitärmontage und die Abschlussarbeiten selbst. Leitungen und Elektrik vergeben Sie an Fachleute. Das spart Ihnen dennoch 3.500 bis 9.000 € im Vergleich zur Komplettvergabe.
Zeitplan: Wie lange dauert eine Badsanierung?
Unterschätzen Sie die Dauer nicht. Eine Badsanierung dauert länger als die meisten denken, vor allem wegen der Trocknungszeiten zwischendurch.
| Phase | Dauer (selber machen) | Dauer (Handwerker) |
| Abrissarbeiten | 1–2 Tage | 1 Tag |
| Leitungen + Elektrik | 1–2 Tage (Installateur) | 1–2 Tage |
| Abdichtung (Auftragen + Trocknen) | 2–3 Tage | 1–2 Tage |
| Fußbodenheizung verlegen | 1 Tag | 0,5 Tage |
| Estrich gießen + trocknen | 1 Tag Arbeit + 3–7 Tage Trocknungszeit | Ebenso |
| Fliesen Boden + Wände | 3–5 Tage | 2–3 Tage |
| Verfugen | 1 Tag + 1 Tag Trocknungszeit | 1 Tag |
| Sanitärmontage | 1–2 Tage | 1 Tag |
| Abschlussarbeiten | 1 Tag | 0,5 Tage |
| Gesamt | 3–5 Wochen | 2–3 Wochen |
Wichtig: Planen Sie die Renovierung so, dass Sie eine alternative Dusch- oder Waschmöglichkeit haben. Denken Sie an Nachbarn, ein Fitnessstudio oder eine provisorische Gartendusche. Ein Bad ist 3–5 Wochen nicht nutzbar während der Sanierung.
Vorbereitung: Was brauchen Sie?
Materialliste (durchschnittliches Bad 5 m²)
| Material | Menge | Richtpreis |
| Fliesen (Boden, 33×33 oder 60×60 cm) | 6–7 m² (inkl. 10 % Verschnitt) | 170 – 450 € |
| Fliesen (Wand, 30×60 oder 60×60 cm) | 15–20 m² | 340 – 900 € |
| Fliesenkleber (Flexkleber) | 4–5 Säcke à 25 kg | 70 – 115 € |
| Fugenmörtel | 2–3 Säcke à 5 kg | 23 – 45 € |
| Flüssige Abdichtung (Dichtfolie flüssig) | 10–15 kg | 90 – 170 € |
| Dichtband | 10–15 Meter | 23 – 45 € |
| Grundierung | 5 Liter | 28 – 45 € |
| Elektrische Fußbodenheizungsmatte | 4–5 m² | 230 – 450 € |
| Ausgleichsmasse/Estrich | 5–8 Säcke à 25 kg | 55 – 115 € |
| Sanitärsilikon (schimmelresistent) | 3–5 Kartuschen | 17 – 34 € |
| HT-Rohr + Fittings | Nach Bedarf | 34 – 90 € |
| Sanitärobjekte (WC, Waschtisch, Duschset) | 1 Set | 680 – 2.800 € |
Gesamtkosten Material: 1.760 – 5.260 €
Werkzeug
| Werkzeug | Kaufen/Mieten | Richtpreis |
| Fliesenschneider (manuell, 60 cm) | Kaufen | 35 – 90 € |
| Winkelschleifer mit Diamantscheibe | Kaufen oder mieten | 45 – 90 € (Kauf) / 23 €/Tag (Miete) |
| Bohrmaschine mit Rührquirl | Kaufen | 45 – 90 € |
| Zahnkelle (6 oder 8 mm) | Kaufen | 6 – 12 € |
| Wasserwaage (60 cm + 120 cm) | Kaufen | 17 – 34 € |
| Fliesenkreuze (2 oder 3 mm) | Kaufen | 6 – 12 € |
| Kartuschenpistole + Fugenglätter | Kaufen | 12 – 23 € |
| Schwamm und Eimer | Kaufen | 6 – 12 € |
| Brecheisen + Fäustel (Abriss) | Kaufen oder mieten | 23 – 45 € |
| Staubsauger (Baustaub) | Mieten | 28 – 45 €/Tag |
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Badezimmer renovieren in 10 Schritten
Schritt 1: Badezimmer planen und entwerfen
Bevor Sie etwas abreißen: Erstellen Sie einen detaillierten Plan.
- Messen Sie den Raum genau aus. Länge, Breite, Höhe, Position von Fenster, Tür, bestehenden Leitungen. Zeichnen Sie alles maßstäblich (1:20).
- Bestimmen Sie die Raumaufteilung. Wo kommen Dusche, WC, Waschtisch? Berücksichtigen Sie bestehende Anschlusspunkte — Leitungen verlegen ist teuer.
- Wählen Sie Ihre Materialien. Fliesen, Sanitärobjekte, Armaturen, Duschsystem. Bestellen Sie alles rechtzeitig — Lieferzeiten von 2–6 Wochen sind normal.
- Planen Sie die Reihenfolge und sprechen Sie mit Installateur/Elektriker. Vereinbaren Sie Termine, bevor Sie mit dem Abriss beginnen.
Tipp für kleine Bäder (< 4 m²): Verwenden Sie großformatige Fliesen (60×60 cm oder größer) mit schmalen Fugen. Große Fliesen lassen einen kleinen Raum größer wirken. Wählen Sie helle Farben für denselben Effekt. Eine bodengleiche Dusche mit Glaswand spart Platz gegenüber einer Duschkabine.
Schritt 2: Badezimmer entkernen
Jetzt wird es staubig und laut. Schützen Sie den Rest Ihres Hauses.
- Stellen Sie Wasser und Strom ab für das Badezimmer. Markieren Sie, welche Leitungen und Kabel wohin führen, bevor Sie beginnen.
- Demontieren Sie die Sanitärobjekte. WC, Waschtisch, Wanne oder Duschkabine. Verschließen Sie die Abflussrohre vorübergehend mit einem Stopfen, um Geruchsbelästigung zu vermeiden.
- Stemmen Sie die Fliesen ab. Verwenden Sie Brecheisen und Fäustel, oder einen Bohrhammer mit Meißel für größere Flächen. Beginnen Sie oben an der Wand und arbeiten Sie nach unten.
- Entfernen Sie den alten Boden bis auf den Betonunterboden. Wenn der Boden in gutem Zustand und eben ist, können Sie die Fußbodenheizung direkt darauf verlegen.
- Räumen Sie den Bauschutt weg und entsorgen Sie ihn. Mieten Sie einen Schuttcontainer (170–280 € pro Container) — Fliesenabfall gehört nicht zum Sperrmüll.
Häufiger Fehler: Leitungen beim Abriss beschädigen. Arbeiten Sie vorsichtig um bestehende Leitungen. Markieren Sie sie vor dem Stemmen mit Klebeband oder Farbe.
Schritt 3: Leitungen und Elektrik
Jetzt sind der Installateur und der Elektriker dran.
- Lassen Sie die Wasserleitungen anpassen an die neue Raumaufteilung. Warm- und Kaltwasserzulauf, Abläufe für Dusche, Waschtisch und WC.
- Lassen Sie die Elektrik anpassen. Denken Sie an: Steckdosen (mindestens IP44 in Bereich 2), Einbaustrahler, Lüfter, Anschlusspunkt Fußbodenheizung.
- Testen Sie alle Anschlüsse, bevor Sie alles zumachen. Lassen Sie den Installateur eine Druckprobe auf den Wasserleitungen durchführen.
Schutzbereiche im Badezimmer: Das Badezimmer ist in Bereiche (0, 1, 2) eingeteilt mit strengen Anforderungen, was wo installiert werden darf. In Bereich 0 (in der Dusche/Wanne) darf fast nichts. In Bereich 1 (direkt über Dusche/Wanne, 225 cm hoch) nur 12V-Geräte. In Bereich 2 (60 cm um Bereich 1) IP44-Steckdosen. Lassen Sie einen zugelassenen Elektrofachbetrieb dies beurteilen.
Schritt 4: Fußbodenheizung verlegen
Fußbodenheizung im Badezimmer ist purer Luxus, der relativ wenig kostet. Elektrische Heizmatten sind die einfachste Option bei einer Renovierung.
- Prüfen Sie, ob der Unterboden eben ist. Maximal 3 mm Höhenunterschied pro Meter. Nicht eben? Zuerst mit Ausgleichsmasse egalisieren.
- Legen Sie die Heizmatte aus gemäß der Anleitung des Herstellers. Nicht unter dem WC und nicht unter Schränken — nur auf freien Bodenflächen.
- Schließen Sie den Thermostat an (oder lassen Sie das vom Elektriker erledigen). Der Thermostat sitzt außerhalb des Badezimmers oder in Bereich 2.
- Testen Sie die Matte mit einem Multimeter, bevor Sie den Estrich darüber gießen. Ein Defekt nach dem Fliesen ist eine Katastrophe.
- Gießen Sie eine dünne Schicht Ausgleichsmasse (5–8 mm) über die Heizmatte. Lassen Sie mindestens 24 Stunden trocknen.
Kosten Fußbodenheizung: Eine elektrische Heizmatte von 4 m² kostet 230–450 € inklusive Thermostat. Der Stromverbrauch liegt bei ca. 3–5 € pro Monat bei normalem Gebrauch (1–2 Stunden täglich). Bei Warmwasser-Fußbodenheizung (teurer in der Anlage, günstiger im Betrieb) sind Sie auf einen Installateur angewiesen.
Schritt 5: Abdichtung
Dies ist der wichtigste Schritt der gesamten Renovierung. Eine Undichtigkeit durch schlechte Abdichtung verursacht tausende Euro Schaden an der Konstruktion und der darunterliegenden Etage.
- Tragen Sie Grundierung auf auf alle Flächen, die abgedichtet werden müssen: Duschboden, Duschwände (volle Höhe), rund um den Waschtisch (mindestens 30 cm über dem Waschtisch) und die ersten 10–15 cm aller Wände über dem Boden.
- Kleben Sie Dichtband in alle Ecken und Anschlüsse: Boden-Wand-Übergänge, Ecken der Duschwände, rund um Leitungsdurchführungen. Dichtband verstärkt die Abdichtung an den empfindlichen Stellen.
- Tragen Sie die erste Schicht flüssige Abdichtung auf mit einer Rolle oder einem Pinsel. Arbeiten Sie das Dichtband in die nasse Abdichtung ein.
- Lassen Sie 4–6 Stunden trocknen (abhängig von Temperatur und Belüftung).
- Tragen Sie die zweite Schicht auf, quer zur ersten Schicht. Die Gesamtschichtdicke muss mindestens 1 mm betragen (prüfen Sie die Produktspezifikationen).
- Lassen Sie 24 Stunden aushärten, bevor Sie fliesen.
Häufiger Fehler: Nur den Duschboden abdichten. Die gesamte Nasszone muss abgedichtet werden: Boden, Wände in der Dusche bis zur Decke und die ersten 10–15 cm aller anderen Wände. Überspringen Sie dies nicht beim Waschtisch — Spritzwasser verursacht mehr Feuchtigkeitsschäden als man denkt.
Schritt 6: Wände fliesen
Beginnen Sie immer mit den Wänden, bevor Sie den Boden fliesen. So kommen die Bodenfliesen gegen den Fuß der Wandfliesen, was einen saubereren Anschluss ergibt und besser abdichtet.
- Bestimmen Sie Ihren Startpunkt. Messen Sie die Höhe der Wand und teilen Sie die Fliesen so auf, dass Sie nicht mit einem schmalen Streifen oben oder unten enden. Beginnen Sie mit der zweiten Reihe von unten — die erste Reihe schneiden Sie später auf Maß.
- Schrauben Sie eine gerade Latte (Aluminiumprofil oder Holzlatte) horizontal an die Wand als Stütze für die zweite Fliesenreihe. Prüfen Sie mit der Wasserwaage.
- Mischen Sie den Flexkleber nach Anleitung. Verwenden Sie im Badezimmer immer Flexkleber — normaler Fliesenkleber ist in Kombination mit einer Abdichtung nicht geeignet.
- Tragen Sie Kleber auf die Wand auf mit einer Zahnkelle von 6 oder 8 mm (je nach Fliesengröße). Arbeiten Sie je Fläche maximal 1 m².
- Drücken Sie die Fliese in den Kleber mit einer leicht drehenden Bewegung. Verwenden Sie Fliesenkreuze (2 oder 3 mm) für gleichmäßige Fugen.
- Prüfen Sie regelmäßig mit der Wasserwaage, ob die Fliesen eben liegen. Klopfen Sie Fliesen mit einem Gummihammer nach.
- Schneiden Sie Fliesen auf Maß mit einem Fliesenschneider (gerade Schnitte) oder Winkelschleifer mit Diamantscheibe (Ecken, Aussparungen für Leitungen).
Arbeitstipp: Arbeiten Sie von unten nach oben, maximal 4–5 Reihen auf einmal. Mehr Reihen gleichzeitig und die unteren Reihen rutschen durch das Gewicht.
Schritt 7: Boden fliesen
- Prüfen Sie, ob der Boden eben ist. Legen Sie eine lange Wasserwaage oder Richtlatte auf den Boden. Maximal 3 mm Unterschied pro 2 Meter. Nicht eben? Ausgleichen.
- Bestimmen Sie Fliesenmuster und Startpunkt. Bei einem rechteckigen Raum beginnen Sie meist von der Mitte aus, damit die geschnittenen Fliesen an den Rändern gleich groß sind.
- Tragen Sie Flexkleber auf den Boden mit einer Zahnkelle von 8 oder 10 mm (Bodenfliesen sind dicker).
- Verlegen Sie die Fliesen mit Fliesenkreuzen. Arbeiten Sie Richtung Tür, damit Sie sich nicht einschließen.
- Erzeugen Sie Gefälle zum Abfluss in der Dusche. Mindestens 1 cm pro Meter Richtung Ablauf. Das ist kritisch — ohne Gefälle steht Wasser.
- Lassen Sie den Kleber 24 Stunden aushärten, bevor Sie darüber laufen.
Häufiger Fehler: Kein Gefälle in der Dusche. Wasser, das nicht abläuft, steht dauerhaft auf den Fugen und der Abdichtung. Selbst ein kleines Defizit beim Gefälle bemerken Sie täglich.
Schritt 8: Verfugen
- Mischen Sie den Fugenmörtel zu einer dicken, glatten Paste. Verwenden Sie Fugenmörtel, der für Nassräume geeignet ist (wasserabweisend).
- Arbeiten Sie den Mörtel in die Fugen mit einem Gummifugbrett. Arbeiten Sie diagonal über die Fugen.
- Entfernen Sie überschüssigen Mörtel mit einem feuchten Schwamm, sobald die Fugen anzuziehen beginnen (nach 15–30 Minuten). Nicht zu nass — sonst spülen Sie den Mörtel aus den Fugen.
- Lassen Sie 24–48 Stunden aushärten, bevor die Fugen mit Wasser in Berührung kommen.
Schritt 9: Sanitärmontage
- Montieren Sie das WC. Bei einem Wand-WC sitzt der Unterputzspülkasten bereits hinter der Wand (eingebaut in Schritt 3). Befestigen Sie die WC-Keramik an den Wandhalterungen, schließen Sie den Abfluss an und montieren Sie die Betätigungsplatte.
- Montieren Sie den Waschtisch. Befestigen Sie Waschtisch oder Möbel an der Wand, schließen Sie Siphon und Armatur an. Verwenden Sie flexible Anschlussschläuche.
- Installieren Sie die Dusche. Befestigen Sie die Duscharmatur (oder Thermostatbatterie), den Duschkopf und gegebenenfalls eine Glasduschwand. Prüfen Sie, ob alle Anschlüsse wasserdicht sind.
- Testen Sie alle Anschlüsse. Lassen Sie alles eine Stunde laufen und prüfen Sie auf Undichtigkeiten bei jedem Anschluss.
Schritt 10: Abschlussarbeiten und Silikonfugen
Der letzte Schritt macht den Unterschied zwischen Heimwerker-Optik und professionellem Ergebnis.
- Verfugen Sie alle Anschlüsse zwischen Sanitärobjekten und Fliesen mit schimmelresistentem Sanitärsilikon. Verwenden Sie Abklebeband an beiden Seiten der Naht für eine saubere Silikonkante.
- Verfugen Sie die Ecken, wo Wand- und Bodenfliesen aufeinandertreffen. Das sind Silikonfugen, keine Zementfugen — Silikon ist flexibel und fängt Bewegungen auf.
- Montieren Sie Zubehör: Handtuchhalter, Seifenhalter, Toilettenpapierhalter, Spiegelschrank, Lüftungsgitter.
- Montieren Sie die Decke, falls noch nicht geschehen. Eine Kunststoffpaneeldecke (PVC) ist feuchtigkeitsbeständig, einfach zu montieren und kostet 55–170 € pro Badezimmer.
- Reinigen Sie alles und entfernen Sie das Abklebeband vom Silikon.
Silikontipp: Schneiden Sie die Öffnung der Silikonkartusche im 45-Grad-Winkel. Ziehen Sie die Kartuschenpistole in einer fließenden Bewegung entlang der Naht. Entfernen Sie das Abklebeband, solange das Silikon noch nass ist. Verwenden Sie Ihren Finger oder einen Fugenglätter, befeuchtet mit Spülmittelwasser, um die Silikonfuge glatt zu streichen.
Häufige Fehler bei der Badsanierung
| Fehler | Folge | Lösung |
| Abdichtung weglassen oder halb machen | Feuchtigkeitsschäden an der Konstruktion, Schimmel, Undichtigkeit nach unten | Vollständige Flüssigabdichtung + Dichtband in allen Ecken und Anschlüssen |
| Keinen Flexkleber verwenden | Fliesen lösen sich auf der Abdichtung | Immer Flexkleber in Nassräumen |
| Kein Gefälle in der Dusche | Wasser steht, Schimmelbildung, Geruchsbelästigung | Mindestens 1 cm Gefälle pro Meter Richtung Ablauf |
| Alles selbst machen inkl. Elektrik und Leitungen | Unsichere Situation, Versicherungsrisiko, keine Abnahme | Elektrik und Leitungsanschlüsse von Fachleuten |
| Zementfugen in Ecken verwenden | Risse durch Gebäudebewegung | Ecken und Anschlüsse immer mit Silikon, nie verfugen |
| Zu schnell nach Abdichtung fliesen | Abdichtung nicht ausgehärtet, verliert Funktion | Mindestens 24 Stunden nach der zweiten Schicht warten |
| Budget nur für Material planen | Kein Geld für Installateur, Elektriker oder unvorhergesehene Kosten | 15–20 % Puffer für Unvorhergesehenes einplanen |
Tipps für ein kleines Bad renovieren
Ein kleines Bad (< 4 m²) erfordert kluge Entscheidungen. Mit der richtigen Einrichtung wirkt ein kleines Bad deutlich größer.
- Verwenden Sie große Fliesen. Weniger Fugenlinien = ruhigeres Bild = größere Wirkung. Fliesen von 60×60 cm oder 60×120 cm sind ideal.
- Wählen Sie eine bodengleiche Dusche. Keine Duschkabine mit Türen — eine Glaswand von 80–90 cm Breite genügt und wirkt viel großzügiger.
- Setzen Sie auf ein Wand-WC. Der Boden läuft unter dem WC durch, was den Raum größer wirken lässt. Zudem ist die Reinigung einfacher.
- Wählen Sie einen schmalen Waschtischunterschrank. 60 cm Breite statt 80 cm macht einen überraschend großen Unterschied.
- Verwenden Sie einen großen Spiegel. Ein Spiegel über die gesamte Breite der Waschtischwand verdoppelt optisch den Raum.
- Denken Sie vertikal. Hohe schmale Schränke, Wandnischen in der Dusche (in der Wand ausgespart) und hängendes Sanitär nutzen die Höhe, ohne Bodenfläche zu beanspruchen.
Häufig gestellte Fragen zur Badsanierung
Was kostet eine komplette Badsanierung?
Selbermachen: 4.000 bis 9.000 € für ein durchschnittliches Bad von 5 m², inklusive Sanitärobjekte, Fliesen und Materialien. Durch einen Handwerker: 9.000 bis 22.000 €. Die genauen Kosten hängen von Ihrer Wahl bei Sanitärobjekten (Budget vs. Luxus), der Fliesenart und ob Sie Fußbodenheizung wünschen ab.
Wie lange dauert eine Badsanierung?
Rechnen Sie mit 3–5 Wochen beim Selbermachen (inklusive Trocknungszeiten) und 2–3 Wochen beim Handwerker. Die längsten Wartezeiten liegen bei der Trocknung der Abdichtung, des Estrichs und der Fugen.
Kann ich mein Badezimmer als Anfänger selbst renovieren?
Ja, wenn Sie die Leitungen und die Elektrik an Fachleute vergeben. Den Abriss, die Abdichtung, das Fliesen und die Sanitärmontage können Sie als fortgeschrittener Heimwerker selbst erledigen. Haben Sie noch nie gefliest? Üben Sie zuerst an einer kleinen Fläche (z.B. Hauswirtschaftsraum oder Gäste-WC), bevor Sie das Bad angehen.
Brauche ich eine Genehmigung für eine Badsanierung?
In den meisten Fällen nicht. Eine interne Renovierung, bei der Sie die Tragkonstruktion nicht verändern und die Außenfassade nicht anpassen, ist genehmigungsfrei. Verlegen Sie das Bad an einen anderen Ort im Haus (z.B. ein Schlafzimmer umbauen), kann eine Genehmigung erforderlich sein. Klären Sie das mit Ihrem Bauamt.
Muss ich alles entkernen oder kann ich über bestehende Fliesen fliesen?
Über bestehende Fliesen fliesen ist möglich, sofern der Untergrund eben und fest ist und die Fliesen gut haften. Verwenden Sie einen Haftgrund und Flexkleber. Beachten Sie: Sie bauen Höhe auf (ca. 10–15 mm pro Schicht), was Probleme bei der Tür, dem WC und dem Ablauf geben kann. Im Zweifelsfall: bis auf den Untergrund entkernen. Es ist mehr Arbeit, liefert aber ein besseres Ergebnis.
Welche Reihenfolge halte ich beim Fliesen ein?
Immer erst die Wände, dann den Boden. Die Bodenfliesen stoßen gegen die Unterkante der Wandfliesen. Das ist sauberer und besser abgedichtet. Bei den Wänden arbeiten Sie von unten nach oben, und auf dem Boden arbeiten Sie von der hintersten Ecke Richtung Tür.
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