Einen Außenwasserhahn frostsicher zu installieren geht auf zwei Arten: Du setzt eine normale Außenarmatur mit einem Entleerungsventil am tiefsten Punkt innen (damit du die Leitung vor dem Winter leeren kannst), oder du montierst eine frostsichere Außenarmatur, die erst tief hinter der Fassade absperrt und nach jedem Gebrauch von selbst leerläuft. In beiden Fällen zweigst du von deiner vorhandenen Kaltwasserleitung ab, setzt einen Rückflussverhinderer oder Belüfter auf die Abzweigung (Pflicht für dein Trinkwasser) und verlegst die Durchführung mit einem leichten Gefälle nach außen. Rechne mit etwa 40 bis 80 Euro Material, wenn du es selbst machst, oder rund 150 bis 350 Euro, wenn ein Installateur kommt. Unten erklären wir dir beide Wege Schritt für Schritt.
Warum ein Außenwasserhahn im Winter kaputtfriert
Wasser hat eine lästige Eigenschaft: Wenn es gefriert, dehnt es sich aus. Um bis zu etwa 9 Prozent im Volumen. Das klingt wenig, aber in einer geschlossenen Kupfer- oder Kunststoffleitung gibt es keinen Platz, um diese Ausdehnung aufzufangen.
Die Folge ist enormer Druck von innen. An der schwächsten Stelle reißt die Leitung, springt eine Verbindung auf oder platzt das Innenleben der Armatur.
Das Gemeine ist, dass du den Schaden oft erst im Frühjahr entdeckst. Sobald es wieder taut, läuft das Wasser über den Riss in deine Fassade oder deinen Kriechkeller. Dann hast du nicht nur einen kaputten Hahn, sondern womöglich auch einen Wasserschaden.
Es geht fast immer an denselben Stellen schief: in dem Stück Leitung, das durch die kalte Außenwand läuft, und in der Armatur selbst. Genau dort steht nämlich stehendes Wasser, das nirgendwo hin kann.
Die zwei Wege, es frostsicher zu machen
Es gibt zwei bewährte Ansätze. Welcher zu dir passt, hängt davon ab, wie viel Aufwand du jeden Herbst haben willst und ob du innen einen geeigneten tiefsten Punkt hast.
Ansatz A: normale Armatur mit innenliegendem Entleerungsventil
Du setzt außen eine normale Außenarmatur. Innen, am tiefsten Punkt der Abzweigung, setzt du einen Absperrhahn mit Entleerungsnippel (auch Entleerungsventil oder Belüfter genannt).
Vor dem Winter drehst du den Absperrhahn zu, öffnest die Außenarmatur und den Entleerungsnippel und lässt das gesamte Wasser aus diesem Stück Leitung ablaufen. Leer ist frostfrei.
Vorteil: günstig und mit einfachen Materialien zu bauen. Nachteil: Du musst jeden Herbst selbst daran denken. Vergisst du es einmal, gehst du trotzdem ein Risiko ein.
Ansatz B: frostsichere Außenarmatur
Eine frostsichere Außenarmatur (auch Fassadendurchführungsarmatur genannt) hat eine lange Spindel. Der Absperrpunkt sitzt nicht am Hahn draußen, sondern tief hinter der Fassade, an der warmen Innenseite der Wand.
Drehst du die Armatur zu, sperrt sie innen ab. Das Wasser, das noch in dem langen Auslauf steht, läuft über ein leichtes Gefälle von selbst nach außen ab. Es bleibt also kein stehendes Wasser im kalten Teil zurück.
Vorteil: Im Winter musst du (fast) nichts tun. Nachteil: Die Armatur selbst ist teurer, und sie funktioniert nur gut, wenn sie mit dem richtigen Gefälle montiert ist und du den Gartenschlauch nach dem Gebrauch abkoppelst.
| Armatur + Entleerungsventil | Frostsichere Außenarmatur | |
|---|---|---|
| Kaufpreis Armatur | Niedrig (Kupfer ab etwa 20 Euro) | Höher |
| Arbeit im Herbst | Jedes Mal entleeren | So gut wie keine |
| Risiko beim Vergessen | Vorhanden | Gering |
| Montage | Etwas einfacher | Gefälle ist entscheidend |
Wichtig: Auch eine frostsichere Armatur läuft nur leer, wenn nichts dran hängt. Bleibt der Gartenschlauch, der Sprüher oder der Bewässerungscomputer angekoppelt, hält der das Wasser zurück und die Armatur kann trotzdem einfrieren.
Pflicht: Rückflusssicherung für dein Trinkwasser
Das lässt du nicht weg. Ein Außenwasserhahn darf kein verschmutztes Wasser in deine Trinkwasserleitung zurückfließen lassen. Denk an Schlauchwasser, Teich- oder Poolwasser oder Dünger, der über einen Sprüher angesaugt wird.
Die Regeln dazu stehen in der DIN EN 1717 und der DIN 1806 sowie in der Trinkwasserverordnung. Kurz gesagt: An einer Außenarmatur gehört mindestens ein Rückflussverhinderer, und für den Gebrauch mit einem Gartenschlauch eine Kombination aus Rückflussverhinderer und Belüfter (Rohrbelüfter).
Viele frostsichere Außenarmaturen haben diese Sicherung schon eingebaut. Wählst du eine normale Armatur, kauf einen Belüfterhahn mit Rückflussverhinderer, oder setz einen Rückflussverhinderer direkt hinter den Abzweigpunkt auf deine Leitung.
Kontrolliere einen Rückflussverhinderer am besten jährlich. Laut den zugehörigen Vorschriften soll eine Rückflusssicherung regelmäßig überprüft werden, weil Schmutz das Ventil hakeln lassen kann.
Was du brauchst
Materialien:
- Frostsichere Außenarmatur oder eine normale Außenarmatur mit Schlauchverschraubung
- Wandscheibe oder Fassadenanschluss, um die Armatur zu befestigen
- Rückflussverhinderer oder Belüfterhahn (falls nicht in der Armatur enthalten)
- Absperrhahn mit Entleerungsnippel für den tiefsten Punkt innen (bei Ansatz A)
- Kupferrohr oder Kunststoffrohr, meist 15 mm für ausreichend Druck
- Abzweigstück (T-Stück) plus die Verbindungen, die zu deiner Methode passen: Lötfittings, Klemmverbindungen oder Pressfittings
- Rohrisolierung für das Stück in der Außenwand
- Bauschaum oder Dichtmasse mit einer Wanddurchführung, um das Loch abzudichten
- Befestigungsmaterial (Dübel, Schrauben, Rohrschellen)
Werkzeug:
- Rohrschneider
- Bohrmaschine mit langem Steinbohrer für die Durchführung
- Maulschlüssel oder Wasserpumpenzange
- Lötbrenner (beim Löten) oder Presszange (bei Pressfittings)
- Wasserwaage
- Eimer und Lappen
Löten ist die günstigste und haltbarste Verbindung, verlangt aber Übung und eine trockengelegte Leitung. Klemmverbindungen sind am einfachsten für den Heimwerker: keine Flamme nötig. Pressfittings sind schnell und zuverlässig, aber die Presszange ist eine teure Anschaffung oder Miete.
Schritt für Schritt: den Außenwasserhahn installieren
1. Dreh das Wasser ab. Such deinen Haupthahn am Wasserzähler und schließ ihn. Öffne danach einen tief gelegenen Hahn, um den Druck abzulassen und die Leitung so weit wie möglich zu leeren.
2. Leg die Stelle fest. Wähl draußen eine sinnvolle Stelle für die Armatur, am besten erreichbar und nicht zu hoch. Innen suchst du an der Abzweigleitung den tiefsten Punkt, denn dort kommt bei Ansatz A das Entleerungsventil hin.
3. Bohr die Durchführung. Bohr durch die Fassade an der Stelle, wo die Leitung nach außen geht. Bohr leicht schräg, damit das Loch außen etwas tiefer liegt als innen. Dieses Gefälle sorgt dafür, dass Wasser nach außen abläuft, statt in der Wand stehen zu bleiben.
4. Zweig von der vorhandenen Leitung ab. Schneide die Kaltwasserleitung an der gewählten Stelle durch und setz ein T-Stück mit Löt-, Klemm- oder Pressfittings ein. Arbeite sauber und sorg dafür, dass die Verbindung völlig dicht ist.
5. Setz die Rückflusssicherung. Montiere direkt hinter dem Abzweigpunkt den Rückflussverhinderer, oder verwende weiter außen einen Belüfterhahn mit Rückflussverhinderer. Überspring diesen Schritt nicht.
6. Setz das Entleerungsventil (bei Ansatz A). Setz am tiefsten Punkt innen den Absperrhahn mit Entleerungsnippel. Damit sperrst du im Winter ab und entleerst das Außenstück.
7. Führ die Leitung nach außen. Führ die Leitung mit leichtem Gefälle durch die Durchführung nach außen. Isolier das Stück, das durch die kalte Wand läuft.
8. Befestige die Armatur. Schraub die Armatur auf die Wandscheibe oder den Fassadenanschluss und setz sie fest in die Fassade. Sorg dafür, dass die Armatur waagerecht sitzt und nicht wackelt.
9. Dicht das Fassadenloch ab. Füll den Raum rund um die Durchführung mit Bauschaum oder Dichtmasse, damit keine Kälte und Feuchtigkeit nach innen ziehen. Arbeite es außen sauber und wetterfest ab.
10. Testen. Dreh das Wasser wieder auf und kontrollier jede Verbindung auf Leckage, vom T-Stück bis zur Armatur. Zieh bei einem Tropfen die Verbindung etwas nach. Lass die Armatur ordentlich durchlaufen, um Schmutz wegzuspülen.
Deinen Außenwasserhahn winterfest machen
Hast du Ansatz A gewählt, entleerst du jeden Herbst. Auf die Reihenfolge kommt es dabei genau an:
- Koppel den Gartenschlauch ab. Ein angeschlossener Schlauch hält Wasser zurück und kann die Leitung blockieren.
- Dreh den inneren Absperrhahn zu. Jetzt kommt kein neues Wasser mehr nach.
- Öffne die Außenarmatur. Lass sie ganz offen stehen.
- Öffne den Entleerungsnippel. Fang das Wasser in einem Eimer auf. Die Leitung zwischen Absperrhahn und Außenarmatur läuft jetzt leer.
- Lass die Außenarmatur offen stehen. So kann eventuelles Restwasser, das doch gefriert, sich ausdehnen, ohne die Leitung platzen zu lassen. Den Entleerungsnippel drehst du wieder zu.
Mach das vor dem ersten Nachtfrost. In der Praxis heißt das: ab November aufmerksam sein, denn eine einzige kräftige Frostnacht kann schon genügen.
Hast du eine frostsichere Außenarmatur, ist es einfacher: Koppel den Gartenschlauch ab und dreh die Armatur zu. Sie läuft dann von selbst leer. Mehr musst du im Prinzip nicht tun, sofern das Gefälle stimmt.
Realistische Kosten
Selbst machen. Eine gute Außenarmatur kostet schnell 40 bis 50 Euro; eine einfache Kupferarmatur gibt es ab etwa 20 Euro. Rechne Leitung, Fittings, Rückflussverhinderer, Entleerungsventil und Isolierung dazu. Für das komplette Materialpaket liegst du oft zwischen 40 und 80 Euro, je nach Abstand und Qualität der Armatur.
Installateur kommen lassen. Das Anlegen einer Außenarmatur durch einen Fachmann kostet im Schnitt etwa 150 bis 350 Euro. Manche Betriebe arbeiten mit Festpreisen rund um 300 bis 400 Euro inklusive Material, meist bis zu einem bestimmten Abstand vom Hausanschluss. Liegt deine Wasserleitung weit von der gewünschten Stelle, oder muss extra Leitung gezogen werden, steigt der Preis.
Der größte Preistreiber ist der Abstand zwischen deiner vorhandenen Leitung und der Stelle der Armatur. Je weiter, desto mehr Leitung und Arbeit.
Häufige Fehler
- Den Gartenschlauch dranlassen. Der häufigste Fehler. Dann kann weder eine normale noch eine frostsichere Armatur leerlaufen.
- Kein Gefälle. Ohne leichte Neigung nach außen bleibt Wasser im kalten Teil stehen. Dann funktioniert selbst eine frostsichere Armatur nicht.
- Vergessen zu entleeren. Bei Ansatz A reicht ein vergessener Herbst für eine geplatzte Leitung.
- Kein Rückflussverhinderer oder Belüfter. Neben der Pflicht für dein Trinkwasser riskierst du eine Verschmutzung deines eigenen Leitungswassers.
- Entleerungsventil nicht am tiefsten Punkt. Sitzt es zu hoch, bleibt Wasser darunter stehen, das trotzdem gefriert.
- Außenarmatur nach dem Entleeren zulassen. Lass sie gerade offen, damit Restwasser Platz hat, sich auszudehnen.
- Durchführung nicht abgedichtet. Ein offenes Loch zieht Kälte nach innen und erhöht das Frostrisiko sogar.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich eine frostsichere Außenarmatur im Winter noch absperren?
Eine frostsichere Außenarmatur musst du im Prinzip nicht extra entleeren, weil sie hinter der Fassade absperrt und von selbst leerläuft. Du musst aber immer den Gartenschlauch abkoppeln und die Armatur zudrehen, sonst kann sie nicht leerlaufen und friert trotzdem kaputt.
Wann muss ich meinen Außenwasserhahn winterfest machen?
Vor der ersten Frostperiode, sei also ab November aufmerksam. Eine einzige kräftige Nachtfrost kann schon genügen, um eine Leitung platzen zu lassen. Zu warten, bis es richtig kalt ist, ist zu spät.
Ist ein Rückflussverhinderer an einem Außenwasserhahn wirklich Pflicht?
Ja. Laut DIN EN 1717, DIN 1806 und Trinkwasserverordnung muss eine Außenarmatur eine Rückflusssicherung haben, damit verschmutztes Wasser nicht in dein Trinkwasser fließt. Für den Gebrauch mit einem Gartenschlauch ist eine Kombination aus Rückflussverhinderer und Belüfter üblich. Viele frostsichere Armaturen haben das schon eingebaut.
Kann ich einen Außenwasserhahn selbst anschließen oder muss das ein Installateur machen?
Mit etwas Geschick kannst du es selbst. Arbeitest du mit Klemmverbindungen, brauchst du keinen Lötbrenner. Bist du dir beim Abzweigen von deiner Wasserleitung oder bei der Trinkwassersicherung unsicher, lass es einen Fachmann machen. Eine Leckage in der Wand ist teurer als der gesparte Lohn.
Warum muss die Leitung im Gefälle liegen?
Damit das Wasser nach dem Gebrauch nach außen abläuft und kein stehendes Wasser im kalten Teil der Leitung zurückbleibt. Genau dieses stehende Wasser in der Außenwand gefriert und verursacht die meisten Schäden.
Was mache ich mit meinem Gartenschlauch im Winter?
Abkoppeln, leerlaufen lassen und frostfrei aufbewahren, zum Beispiel im Schuppen oder in der Garage. Ein Schlauch voll Wasser gefriert und kann platzen, und solange er an der Armatur hängt, blockiert er das Leerlaufen deiner Leitung.
An die Arbeit
Ein Außenwasserhahn, der den Winter problemlos übersteht, ist keine Frage von Glück, sondern von cleverer Montage: Gefälle nach außen, ein Entleerungsventil am tiefsten Punkt oder eine echte frostsichere Armatur und ein Rückflussverhinderer für dein Trinkwasser. Machst du das gut, hast du jahrelang Freude daran, ohne Überraschungen im Frühjahr.
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